Montag, 8. Oktober 2012

Mohr im Hemd oder wie ich auszog, die Welt zu retten- Martin Hovárth


 http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Horvath_MMohr_im_Hemd_125840.jpg









DVA
Roman
Gebundenes Buchmit Schutzumschlag
352 Seiten
ISBN: 978-3-421-04547-8
19,99 Euro (D)
Random House Verlagsgruppe  





Kurzbeschreibung:

Ali ist 15 und lebt in einem Wohnheim für Asylbewerber in Wien. Ali ist allerdings nicht sein richtiger Name und ob er wirklich 15 ist, verrät er uns nicht. Ali kann alle Sprachen fliessend sprechen und kennt alle Bewohner des Hauses und deren Geschichten. Oftmals liest er sie aus ihren Gesichtern, darüber sprechen müssen die Bewohner nicht, aber er erzählt ihre Geschichten in der Küche von Pietra.
Seine Geschichte verdrängt er.

Meine Meinung:

Ali war mir am Anfang sehr unsympathisch. Durch seine Gedanken, der gehobenen Aussprache und das Gefühl, er sei allwissend wirkte er sehr arrogant und älter als er sich gibt. Aber in den richtigen Momenten, ist seine überspitzte Art der Erzählung sehr humorvoll. Im Laufe der Geschichte und mit dem Auftauchen kurzer Einblicke in seiner eigenen Geschichte, wurde er für mich greifbarer, bekam mehr Farbe. Doch im Endeffekt bliebt er immer ein wenig geisterhaft.
Die Schreibweise von Martin Hovárth ist gewöhnungsbedürftig. Ich habe ein wenig gebraucht, um mich in das Buch einzulesen. Sie ist sehr poetisch und langsam. Diese Langsamkeit kann man auch mit dem Leben der Bewohner innerhalb des Heimes vergleichen. Sie gelangen nach ihrer Flucht in dieses Heim und ihnen bleibt nichts anderes als zu Warten. Warten und hoffen, auf einen positiven Bescheid, der ihnen die Genehmigung zum Aufenthalt gibt. Das ihre Flucht ein Ende hat. Mit dem Warten steigt allerdings auch die Angst vor der Abschiebung. 
Martin Hovárth ist es gelungen, diese schwere Thematik umzusetzen und den Leser zum nachdenken zu bewegen. Mit Ali beschreibt er das Verhalten der Gesellschaft gegenüber den Flüchtlingen mit einer grossen Portion Ironie. Aber gerade das, rüttelt einen beim Lesen wach.
Mich hat das Buch sehr zum Nachdenken gebracht...

Fazit:
Ein Buch, welches sprachlich gewaltig ist und wachrütteln möchte. 

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LG Mone