Mittwoch, 27. Juni 2012

Sommerhaus, jetzt von Oliver Geyer


Das Buch:
 
13 Großstädter und der Traum vom Wochenendhaus auf´m Land...
Wer einen lockeren, leichten Überlebensbericht erwartet, wird überrascht seit, wenn er die ersten Seiten liest. Der Autor philosphiert auf grosser Ebene und kaum wird der Schreibstil ein wenig lockerer, werden einem wieder Stolpersteine in den Weg gelegt.
Dies lässt aber nach einigen Seiten nach und man bekommt einen schönen Einblick in das Projekt "Sommerhaus, jetzt". Leider wurde über die Renovierung weniger berichtet, als über die Diskussionen und Streitereien innerhalb dieser Gruppe. Das Buch hält immer wieder den ein oder anderen Schmunzler bereit, vieles schon durch eine sehr überspitzte Darstellung des Autors, doch es hätte mehr Geschichten über die Renovierung sein dürfen, dafür weniger von den Streitigkeiten und Diskussionen, die sich alle immer sehr, schon durch den Schreibstil, abgehoben haben.

Fazit:
Insgesamt ein nettes Buch, aber leider zu wenig Renovierungsfrust, dafür viel zu viel von allem anderen.

Tödlicher Staub von Massimo Carlotto


Das Buch:
 
In diesem Buch werden Realität mit Fiktion verbunden. Der Autor berichtet über einen Umweltskandal in Sardinien und über Macht und Korruption auf politischer Ebene. Das alles verpackt er in einem teilweise spannenden Krimi, der mit 164 Seiten sich wirklich nur auf´s nötigste beschränkt.
Die Figuren im Buch sind auf ihren Vorteil bedacht und handeln aus der Situation heraus. Wirkliche Sympathien konnte ich zu keiner Person aufbauen  Sie wirken wie Schachfiguren, die jeweils der Situation in Stellung gebracht werden.
Leider wird das eigentlich Thema nur kurz gestreift, dafür die Machtspiele in Politik, Mafia und andere Personen hervorgehoben.
Am Ende befinden sich zwar reichlich Quellen, die das Thema vertiefen, aber ich hätte mir ein paar Informationen mehr in der Geschichte gewünscht.

Fazit:
Alles in allem ein flüssig geschriebenes Büchlein, welches ab und an sehr spannend war, aber das Kernthema einfach viel zu kurz kam.

Samstag, 9. Juni 2012

Der Duft von Erde und Zitronen- Margherita Oggero

Cover: 
 
Das Cover von "Der Duft von Erde und Zitronen" ist sehr ansprechend und passt zu dem Buch. Es ist in hellen Farben gestaltet und zeigt eine junge Frau die vor einem verschwommenem Fenster steht. Das Lesebändchen, worüber ich mich sehr gefreut habe, ist in dem gleichen Farbton gehalten wie der Titel.

Buch:
 
Die Geschichte umfasst 320 Seiten die in kleinen Kapitel unterteilt sind. Es erzählt die unterschiedlichen Geschichten dreier Frauen, die auf der Suche nach Freiheit sind.
Melina wächst wohlbehütet in einem kleinen Dorf in Italien auf. Dort glaubt man noch an alte Traditionen und dort gibt es auch den Boss. Der Boss hat das Sagen, er regelt Verstösse und keiner kann ihm was nachweisen. Melinas Eltern sind froh, dass sie vom Boss nichts zu befürchten haben und damit das so bleibt, beschützt die Mutter ihre Familie, besonders Melina, die kleine Nachzüglerin. Doch was gut gemeint ist, ist für Melina zu viel und sie geht ihre eigenen Wege.
Dann lernen wir Imma kennen, die in jungen Jahren schon soviel erlebt hat und viel zu schnell erwachsen wurde. Wegen einem Verbrechen musste Imma zu ihrer Tante ziehen und erzählt in "Ich"-Form, wie ihr Leben dort aussieht.
Rosaria wird als einziges Mädchen in eine ärmliche Familie hinein geboren. Ihre Mutter stirbt sehr früh und die Männer benutzen sie als Sklavin. Durch ihre Arbeit beim Notar lernt sie einen Mann kenn und heiratet ihn, obwohl sie ihn nicht liebt. Sie flieht vor ihrer Familie, aber das Haus in dem sie einzieht bringt ihr kein Glück. Statt der erhofften Freiheit, erwartet sie erneut ein Leben in Unterdrückung, bis sie sich zur Wehr setzt.
Die Geschichte lässt sich gut lesen, doch für mich war das hin und herspringen zwischen den drei Handlungssträngen manchmal sehr verwirrend.
Auch wenn die Schicksale der Frauen mit viel Gefühl erzählt werden, fehlte mir der Tiefgang in den Geschichten. Vieles blieb zu blass und wurde nicht recht greifbar.
Die Beschreibung der Landschaften, der Dörfer und das Leben innerhalb der Gemeinschaft, war sehr bildlich. Wenn Imma sich an den Duft ihrer Mutter erinnert, hatte ich diesen Duft in der Nase gehabt.
Ein riesen Manko hat dieses Buch: Der Klappentext! Er verrät einen wesentlichen Teil der Geschichte, den man erst ganz am Ende erfährt und nimmt somit einen Teil der Spannung. Wer das Buch lesen möchte, liesst ihn am besten nicht vorher.

Fazit:
Alles in allem hat mir das Buch aber sehr gut gefallen und ich hatte einige schöne Lesestunden gehabt.