Montag, 31. Dezember 2012

Das Sündenbuch- Beate Maly

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Ullstein Taschenbuch
Historischer Roman
Broschur, 488 Seiten
9,99 Euro (D)
ISBN-13: 9783548284644




Ullstein Buchverlage





Inhalt:

Janas Vater Marek lehrt an der Universität Heidelberg. Er gelangt in einem Wirtshaus an ein geheimnisvolles Buch und Amulett aus der neuen Welt. Zu einem günstigen Preis erwirbt er beides und glaubt dem Seemann nicht, dass dieses Buch den Tod bringt.
Seine wissenschaftliche Neugier ist geweckt und er begibt sich an die Entschlüsselung des Buches. Seine Ergebnisse, das Original und das Amulett schickt er zu seiner Tochter. Kurze Zeit später wird er ermordet...

Meine Meinung:

Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Die Spannung ebbt zwar immer wieder ab, aber bevor die Langeweile Einzug halten kann, kommt sie doppelt so stark wieder zurück. Man möchte zu jeder Zeit des Buches wissen, wie es weitergeht.
Beate Maly hat geschickt historische Ereignisse mit einer fiktiven Geschichte kombiniert. So schildert sie die Ereignisse des 17. Jahrhunderts in Prag, die Unruhen zwischen Protestanten und Katholiken sehr anschaulich. Die Spannungen die in der Stadt herrschen sind richtig spürbar, die Stimmungen sehr toll eingefangen.
Die landschaftlichen Beschreibungen sind mit vielen Details bestückt und man sieht alles aus der Sicht der Protagonisten. Selbst die Gerüche die Vorkommen, riecht man.
Die Hauptprotagonisten wurden toll dargestellt. Ihre kleineren Streitereien lockerten die Geschichte auf. Zwei Personen die sich neu kennenlernen, die zu Anfang nur eines verbindet und im Laufe der Geschichte wachsen sie zusammen. Das hat sie mir sehr sympatisch gemacht, trotz der ein oder anderen "Macke" und das weiterentwickeln der Beiden brachte sie mir näher.
Aber nicht nur die Hauptprotagonisten sind klar gestaltet, nein, auch all die Nebendarsteller wurden mit unterschiedlichen Charaktern beschrieben und brachten Leben in das Buch. Zwischenzeitlich tauchen ganze Gruppen auf, aber nie hatte ich das Gefühl nicht zu wissen, wer jetzt wer ist, oder das es überladen wirkte.
Der Schreibstil von Beate Maly ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Wichtige Begriffe wurden direkt in einem Nebensatz erklärt und so kommt das Buch ganz ohne Glossar aus. Soviele Begriffe waren es auch nicht und es hätte sich wahrscheinlich nicht gelohnt.
All die vielen Fragen, die sich im Laufe des Buches bildeten, wurden in einem sehr spannungsgeladenem Ende aufgeklärt und die Geschichte perfekt beendet. Und doch hätte ich gerne Jana und Dr. Peiffer noch weiter begleitet. Vielleicht gibt es ja irgendwann noch ein Abenteuer der Beiden?
Ganz zum Schluss gibt es noch ein Nachwort von Beate Maly. Dort erklärt sie, wie das Buch entstanden ist und wie sich die Idee entwickelte. Ich mag solche Nachworte, sie bringen mir das Buch noch ein Stückchen näher.

Fazit:

Ein spannender und lebendiger Roman, der mit allem ausgestattet ist, was ich für einen historischen Roman brauche. Großartig!

Sonntag, 23. Dezember 2012

Stresstest- Sebastian Gehrmann


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Aufbau Taschenbuch
320 Seiten
8,99 Euro (D)
ISBN: 978-3-7466-2894-3

aufbau verlag

 

 

 

 

Inhalt:

Lukas, 30, ist Comiczeichner für eine Tageszeitung und eigentlich nicht wirklich erfolgreich. Mit dem Erwachsen werden hat er so seine Probleme und liebter hält er das Kind im Manne ganz groß. Leider ist das oft mehr als peinlich, vor allem für Sophie, seiner Freundin. Doch dann wird Sophie überraschend schwanger und Lukas setzt alles daran, ein verantwortungsvoller Vater zu werden. Doch der Weg bis dahin ist garnicht so einfach.

Meine Meinung:

Tja, was soll ich groß schreiben, ich habe das Buch sehr gemocht. Viele kleine Anekdoten rund um das Thema Schwangerschaft und Eltern werden, werden sehr überspitzt dargestellt. Ich mochte das sarkastische in den Geschichten und habe sehr viel lachen müssen. Man, besser Frau, kennt die vielen Ratschläge und Warnungen, die man alle bekommt, wenn die drei magischen Worten "Ich bin schwanger" fallen und das kann einen auf Dauer echt in den Wahnsinn treiben, sollte man noch versuchen sie zu befolgen.
Und das passiert auch Lukas und Sophie, bis irgendwann Lukas, neben all dem unglaublichen Peinlichkeiten, die er sich so oft leistet, dann was ganz wichtiges sagt:

"...Frauen sollten während der Schwangerschaft einen transparenten Bauch haben. ... Man wäre nicht mehr fremdbestimmt, nicht angewiesen auf diese ganzen, wer weiß wie wichtigen Untersuchungen und gemeinten Ratschläge...." (Seite 176)

"...Sollen sich alle anderen verrückt machen lassen, wir nicht...."(Seite 177/178)

Da hat Lukas einige Sympathiepunkte von mir bekommen, weil am Anfang ging er mir echt total auf die Nerven, mit seinem ewigen rumgejammer, wegen dem bevorstehenden 30. Geburtstag.
Im Laufe der Geschichte ändert sich das Verhalten von Lukas ein wenig. Er wird immer ein Kindskopf bleiben, aber er ist nicht mehr ganz so peinlich. Er gibt sich sehr viel Mühe und das merkt man beim Lesen. Doch es ist ein steiniger Weg und nicht alle Aktionen verlaufen so, wie er es vorhatte.
Nach vielen Hochs und nochmehr Tiefs in der Beziehung, wird am Ende doch alles gut. Die Geburt ihrer Tochter ist so schön geschrieben. Voller Magie, und man merkt, wie für einen kurzen Moment die Zeit stehen bleibt. Besonders die, die dieses Wunder schon erleben durften.

Fazit:

Eine große Portion Humor für Zwischendurch. Es hat mir einige vergnügliche Lesestunden bereitet.

Madonna- Kathrin Lange


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Aufbau Taschenbuch
475 Seiten
12,99 Euro (D)
ISBN: 978-3-7466-2885-1

aufbau-verlag

 

 

 

 

Inhalt:

Nürnberg, 1493- In den dunklen Gassen lauert die Gefahr. Innerhalb kurzer Zeit werden drei Menschen mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Eine Verbindung zwischen den Opfern scheint es erstmal nicht zu geben.
Katharina, eine Heilerin, hat nach dem Tod ihres Mannes in ihrem Haus ein Zufluchtsort für Frauen geschaffen, die alle an melancholia leiden. Auch sie hat diese Krankheit und schubweise überfällt sie eine große Schwermütigkeit. In ihrer Umgebung wird sie und ihr "Fischerhaus" verspottet.
Vor einem Jahr ist der Mann, den sie über alles liebt, in die Toskana gegangen. Sie hat seinen Heiratsantrag trotz ihrer Liebe abgewiesen. Doch Richard kehrt zurück nach Nürnberg und mit ihm Heinrich Kramer, der Verfasser des Hexenhammers. Heinrich nutzt die Morde um sich an Katharina zu rächen. Gelingt sein Plan oder können Richard und Arnulf, ein Nachtrabe, den wahren Täter stellen?

Meine Meinung:

Kathrin Lange hat es geschafft, auf den ersten Seiten eine Spannung aufzubauen und zu halten, die einen regelrecht an das Buch ketten. Es ist zwar der 3. Band rund um Katharina, aber auch ohne die ersten Bände zu kennen, hat man keine Schwierigkeiten in die Geschichte einzutauchen. Geschickt lässt sie wichtige Ereignisse aus den ersten Bänden in die neue Geschichte einfließen und es fehlt einem Nichts, um der Geschichte zu folgen. Das soll aber nicht heißen, dass man die ersten Bände nicht lesen sollte. Ich werde sie auch noch lesen.
Der Roman spielt im 15. Jahrhundert. Eindrucksvoll schildert sie das Leben in Nürnberg, die Atmosphäre und Stimmungen sind ganz toll eingefangen und festgehalten. Aber es ist kein historischer Roman, wie man ihn kennt. Nein, der Hauptaugenmerkt liegt definitiv beim Thriller. Und der kommt nicht zu kurz. Wunderbar ist er in diesen historischen Roman eingebettet. Die Beschreibung der düsteren Gassen, das Spiel mit Licht und Schatten, in denen sich der Mörder, bewegt, heben die Spannung ungemein.
Falsche Spuren werden gelegt und man verfolgt mit Richard und Arnulf, der sich in den dunklen Gassen zu Hause fühlt und als Nachtrabe eine recht zwielichtige Gestalt abgibt, die Spur zum Mörder. Auch, wenn Arnulf in krumme Geschäfte verwickelt ist, hat er das Herz am rechten Fleck.
Die Hexenverfolgung wird durch das Auftauchen des Heinrich Kramers zwar kurz angerissen, aber nur um zu verdeutlichen, mit was für einem Menschen man es zu tun hat. Heinrich Kramer verfolgt seine rein persönlichen Motive...
Die Personen sind allesamt so toll ausgearbeitet. Jeder Protagonist hat seinen ganz eigenen Charakter, der klar dargestellt wird. Sie bleiben nicht auf der Stelle stehen, sondern entwickeln sich in der Geschichte weiter. Kathrin Lange hat ihnen Leben eingehaucht.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und entgegen der historischen Romane, die ich sonst so lese, doch recht "neumodisch". Aber das fand ich jetzt überhaupt nicht störend. Es passte zu dieser Geschichte.
Das Ende überbietet die anfänglich aufgebaute Spannung nochmals um Längen. In vollem Tempo gelangt man zur Auflösung, es passiert soviel und wirkt doch nicht überladen. Da hatte man kaum noch Zeit zum Luft holen. Alle Fragen und Geheimnisse werden logisch aufgeklärt und das Buch findet nach der ganzen Spannung zu einem ruhigen und schönen Ausklang.
Ganz toll fand ich das Nachwort zu lesen, in dem die Autorin nochmals einige Infos zum Buch und seiner Entstehung gibt und warum sich ausgerechnet Heinrich Kramer dann doch noch in die Geschichte eingeschlichen hat.

Fazit:

Ein temporeicher Thriller eingebettet in einem historischen Roman. Spannung pur!
 

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Teufelsherz- Sabrina Qunaj











Baumhaus Verlag
ab 14 Jahren
Taschenbuch, 348 Seiten
8,99 Euro(D)
ISBN: 978-3-8432-1043-0

Bastei Lübbe


 

Inhalt:

Damien möchte ein Schutzengel werden. Seine Mutter war einst ein Schutzengel, aber sein Vater ist Luzifer höchst persönlich. Seine Motive ein Schutzengel zu werden sind nicht nur ehrenhaft. Doch sein Onkel Gott gibt ihm eine Chance und er darf sich beweisen. Als Schützling wird ihm die 17- jährige Emily zugeteilt.
Emily hat ein dramatisches Erlebnis zu verdauen. Auf einem Schulausflug hat sie nur knapp einen Erdrutsch überlebt, doch ihre beste Freundin Mandy ist dabei umgekommen.
Nicht gerade erfreut gerade Emilys Schutzengel zu sein und teilweise reichlich genervt, wegen der vielen Arbeit, strahlt Emily doch etwas aus, das Damien nicht widerstehen kann. Er besucht sie immer wieder in ihren Träumen, obwohl das als Schutzengel absolut untersagt ist. Und was Beide nicht ahnen: Sie schweben in großer Gefahr und bald müssen schwere Entscheidungen getroffen werden...

Meine Meinung:

Mit "Teufelsherz" ist ein wunderbares Fantasy- Jugendbuch auf den Markt gekommen. Von der ersten Seite an fesselte mich das Buch. Die Protagonisten sind sehr klar beschrieben und fast schon zum anfassen nah. Sie wirken glaubwürdig durch ihre Ecken und Kanten und das macht sie so sympathisch und lebendig.
Damien ist der Sympathieträger schlecht hin für mich gewesen. Eine Mischung aus Gut und Böse, Regeln sind zum Brechen da und meist auf seinen persönlichen Vorteil aus. Ein kleiner, manchmal auch großer, Macho.
Emily ist ein typisches Mädchen. Sie hadert sehr nach dem Verlust ihrer besten Freundin, in der Schule ist ein Aussenseiter und ihre Beziehung zu ihrem besten Freund Will ist alles andere als klar.
All die Nebenfiguren die vorkommen, sind so unterschiedlich, wie im echten Leben. Kein Charakter gleicht dem anderen und die Personen entwickeln sich im Laufe der Geschichte.
Die Handlungsorte, sei es der Himmel, die Erde oder auch die Hölle sind hervorragend und mit viel Fantasie beschrieben. Mit liebevollen Details bestückt, konnte ich mir sie sehr gut vorstellen. Ganz, ganz toll.
Alles in allem haben ich mich sehr wohlgefühlt mit diesem Buch. Die Geschichte tritt zu keinem Zeitpunkt auf der Stelle, es ist ein stetiges weiterkommen in allen Handlungen. Der Spannungsbogen wird konstant aufgebaut, aber gleichzeitig durch die Präsenz von Damien und seinem lockeren Mundwerk, ein wenig aufgelockert. Bis zum Show-Down der es nochmals in sich hat. Es knistert förmlich vor Spannung und man kann das Buch dann nicht mehr weglegen, weil man unbedingt erfahren möchte, wie es nun ausgeht.

Fazit:

Ein großartiges Fantasybuch, wo wirklich noch jede Menge Fantasie drinsteckt.
 

Montag, 17. Dezember 2012

Lindas Weihnachtswunder- Karen Kingsbury


Lindas Weihnachtswunder












Erzählung
Gebunden, 144 Seiten
9,99 Euro (D)
ISBN: 9783865916976

Gerth Medien



Inhalt:


Linda hat den Glauben an die Liebe verloren. Die Beziehung mit ihrem verstorbenen Ehemann glich einer Zweckgemeinschaft und die Liebe, an die sie noch geglaubt hat, fehlte.
Nach dem Tod lebt sie mit ihrem Sohn und ihrer Mutter in Manhattan. Ihre Mutter unterstützt sie sehr viel, stößt aber mit dem kleinen Wirbelwind oft an ihre Grenzen. Linda selbst flüchtet sich in die Arbeit und verbringt zu wenig Zeit mit ihrem Sohn. Dabei hätte er es wirklich nötig. Joshua schreibt einen Brief an Gott, mit einer herzzerreißenden Bitte...

Meine Meinung:

Eine wunderschöne, berührende kleine Geschichte über ein Weihnachtswunder, woran erst nur der kleine Joshua glaubt. Mit viel Gefühl, dem Glauben an Gott und voller Hoffnung finden 3 Menschen ihr persönliches Glück, an Weihnachten und das mitten in Manhattan.
Dieses Buch löste soviele Emotionen bei mir aus: Ich war anfangs verärgert über Linda, voller Trauer mit Casey und spürte die Verzweifelung vom kleinen Joshua. Sein Brief an Gott hat mich zu Tränen gerührt.
Das Buch ist kitschig, aber dieser Kitsch passt für mich in die Vorweihnachtszeit. Gerade in der Zeit, wo das Herz sperrangelweit offen steht, wo kleine Wunder passieren, wo der Glaube viel stärker ist, wo das Glück oft greifbar ist. Ich liebe Weihnachten und zu Weihnachten gehört für mich auch eine schöne, berührende Erzählung, mit ganz viel Liebe, wo auch ab und an mal ein Tränchen kullern darf. Und dieses Buch hat es geschafft.
Zwar ist die Geschichte immer vorhersehbar, man weiß wie es enden wird, aber all das hat mich nicht gestört. Ich habe es sehr gerne gelesen und das nicht nur einmal.
Der Schreibstil ist wunderbar und an wird in die Geschichte gezogen und taucht vollständig ab.

Fazit:

Einkuscheln und sich treiben lassen.


Das Mirakel von Köln- Bettina Szrama

 
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historischer Kriminalroman
Broschur, 288 Seiten
11,90 Euro (D)
ISBN 978-3-95451-029-0

emons-verlag




Inhalt:

Köln 1626- Die junge Christina Plum leidet an Fallsucht. Zur damaligen Zeit war dies ein Zeichen der Besessenheit, dass der Teufel im Menschen wohnt. Sie wird vom Generalvikar vor einem prügelndem Mob gerettet und ins Kloster Sankt Klara gebracht. Ein Zufluchtsort sollte man meinen, ein Ort des Vertrauens und der Geborgenheit. Doch Sankt Klara ist alles andere als das. Es finden Teufelsaustreibungen, Orgien, Völlerei und Hurerei statt. Der Teufel wohnt in diesem Kloster. Christina trifft in dem Kloster auf ihre Mutter, die heilige Sophia von Langenberg. Doch wer ihr leiblicher Vater ist, darüber schweigt Sophia. Nach und nach kommen viele grausame Details ans Licht...

Meine Meinung:

Das Buch beschreibt authentisch und ungeschönt die damalige Zeit in Köln. Es ist ein sehr düsteres Buch, die Stimmung erdrückend. Man erlebt die Geschichte als Zuschauer am Rande des Geschehens.
Die Autorin hat einen sehr gut recherchierten Roman geschrieben. Konsepuent und ohne Abschweifungen wird Seite für Seite die dunkle und grausame Geschichte Kölns im Jahre 1626 wiedergegeben. Ruhige Momente gleich Fehlanzeige. Die hätte ich mir aber ab und zu gewünscht, um das Gelesene sacken zu lassen und Luft zu holen. Ich weiß, dass es gerade in der Zeit, als die Hexenverfolgung, die hier ein großen Teil einnahm, nicht rosig war, aber da bin ich dann doch eher ein Softie. Doch die Autorin bleibt ihrem Stil der Erzählung treu und das hat mir dann, nachdem ich mich darauf eingelassen habe, sehr gut gefallen. Hut ab!
Darüberhinaus verfügt das Buch über ein umfangreiches Glossar und Personenverzeichnis. Ein Muß für einen historischen Roman, will man denn nicht ständig Tante Google fragen.
Die Personen kommen dabei leider zu kurz. Man kann sich kein Bild von ihnen machen, sie sind blaß und fern. Über ihre Emotionen wird genauso nüchtern berichtet, wie über die Zeit. Da hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht.

Fazit:

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ein überaus genaue Darstellung der damaligen Zeit, sehr gut recherchiert und wiedergegeben.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Auszeit- Tommie Goerz

Auszeit

 

 







ars vivendi
Krimi
Klappenbroschur, 312 Seiten
14,90 Euro (D)
ISBN: 978-3-86913-169-6

ars vivendi 

Inhalt:

Friedemann "Friedo" Behütuns muß Urlaub machen. Er hat nach ein paar Bierchen seine Klappe nicht halten können und wurde am nächsten Tag in der örtlichen Presse zitiert.
Tja, was machen, wenn man von jetzt auf gleich 6 Wochen Zwangsurlaub hat? Man könnte Frühjahrsputz in der Wohnung machen, oder aber eine Reise in die Bretagne. In ein kleines Örtchen, direkt am Meer.
Gesagt, getan, ein paar Tage später sitzt Behütuns im Auto in Richtung Bretagne.
Doch die Ruhe in dem kleinen Ort hält nicht lange an. Als ein deutsches Ehepaar ermordet wird und weitere Leichen gefunden werden, macht sich Behütuns so seine Gedanken und ermittelt wenige Zeit später auf eigene Faust. Die Spuren führen sowohl in die Vergangenheit, als auch wieder zurück nach Deutschland.
Welches Geheimnis verbindet die Opfer und wer möchte verhindern, dass dies ans Tageslicht kommt?

Meine Meinung:

Von der ersten Seite an war ich Behütuns-Fan gewesen. Mit dem Charakter Friedemann Behütuns hat Tommie Goerz einen Kommissar erschaffen, der mal nicht psychisch labil ist oder ein draufgängerischer Einzelgänger. Nein, Friedo ist anders. Ein wenig kautzig, ein gemütlicher Zeitgenosse, der gerne mal eine Maß trinkt und kein Blatt vor den Mund nimmt. Auch nicht in seinen Gedanken. Er ist ein Kopfmensch, der aber auch auf das komische Gefühl in der Bauchgegend hören kann. Und diese Mischung zahlt sich aus. Die Gedankengänge sind herrlich zu lesen, wie er sich selbst die Schelte gibt, weil er soviel nachdenkt. Sehr humorvoll.
Die Umgebung wurde toll beschrieben, ich habe mich wie im Urlaub gefühlt, wäre da der bittere Beigeschmack der Morde nicht gewesen. Ohne allzu deutlich auf die Grausamkeiten der Morde einzugehen, ging die Spannung nicht verloren.
Mit zum Fall gehörten auch Rückblicke in die Nazi- Zeit, welche sich genial vom Rest des Buches abhoben. Es war eine eigenständige Geschichte, mit einer eigenen Sprache.
Das Buch ist spannend bis zum Schluss und es kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Der Show-Down war perfekt gelungen und trotz der Spannung, lockerten auch hier Friedos Gedanken, alles wieder auf.
Es blieben keine Fragen offen, die einzelnen Fäden laufen logisch zusammen. Das große Wirrwarr in meinem Kopf wurde aufgelöst und ich habe das Buch zufrieden zu geklappt.
Da mir der Kommissar Behütuns so gefallen hat und dies der 4. Fall war, für mich aber der erste Fall, werde ich die drei ersten Fälle mit großer Freude auch noch lesen.

Fazit:

Ein großartiger Krimi, mit einem noch besseren Kommissar. Spannend und Humorvoll.

Vielen Dank für das signierte Freiexemplar und die tolle Leserunde bei LovelyBooks.

Der Himmel ist ein Fluss- Anna Kaleri

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GRAF-Verlag
gebunden mit Schutzumschlag, 223 Seiten
16,99 Euro (D)
ISBN: 9783862200320

Ullstein Buchverlage






Inhalt:

Minna ein junges Mädchen, lebt mit ihrer Mutter, ihrem Vater und Trudchen in einen kleinen idyllischem Dorf in den Masuren. Doch diese Idylle ist nur ein Trugbild...
Sie arbeitet viel, sie geht ihrer Mutter zur Hand, arbeitet auf dem Feld, doch in ihrer Freizeit, entflieht sie dem Dorfleben im nahegelegenden Wald. Dort kann sie frei sein und dort trifft sie den älteren und verheirateten Polen Gwideon.
Ein zartes Band beginnt sich zwischen den Beiden aufzubauen, doch die Realität kommt schneller und unbarmherziger, als Minna sich vorstellen kann.

Meine Meinung:

Das Buch spielt in der Zeit um den 2. Weltkrieg und erzählt die Geschichte von Minna in 4 Teilen. Am Anfang dieser Teile befindet sich ein Ausdruck aus dem Blog von Anna Kaleri, die auf der Suche nach ihren Wurzeln ist. Sie weiß nicht viel von ihrer Großmutter, nur das sie irgendwann um den 2. Weltkrieg gelebt hat und kurz vor Ende gestorben ist.
So ist auch die Person Minna sehr blaß, man kann sich während des Lesens keine genaue Vorstellung bilden. Doch dies fand ich jetzt nicht so schlimm. Die Umgebung wurde beeindruckend beschrieben und die Gefühle, die Stimmungen des Buches waren sehr lebendig.
Die Erzählung ist sehr poetisch und berührend geschrieben. Die ersten Seiten tat ich mich schwer mit der Sprache, doch danach war es sehr flüssig zu lesen. Auch, wenn das Ende des Buches bekannt ist, ist es voller Spannung und hat mich bis zum Schluss festgehalten. Man möchte zu gerne mehr über Minna erfahren, die die politischen Ereignisse um sie herum ausblendet und bei der ich das Gefühl hatte, sie ist zu Gut für diese Welt, es war die falsche Zeit, in der sie lebte und liebte. Sie war voller Hoffnung und versuchte auch im angesicht des Todes noch an das Gute zu appelieren.

Fazit: 

Eine sehr anrührende Geschichte.

Vielen Dank für das Freiexemplar und die schöne Leserunde bei LovelyBooks.