Sonntag, 17. Februar 2013

Paradiessucher- Rena Dumont


Hanser
304 Seiten, Broschiert
14,90 Euro (D)
 ISBN : 978-3-446-24164-0

 

Inhalt:

Lenka ist 17 als sie mit ihrer Mutter nach Deutschland flüchtet. Sieben Jahre haben sie auf ein Visum nach Deutschland gewartet und nun haben sie es bekommen. Ihre große Chance. Weg von einem Staat, der kontrolliert und in dem man nur eine Zukunft hat, wenn man der Partei angehört, aber auch weg von ihrer Familie und Freunden. Ab in den goldenen Westen. Es gibt kein zurück mehr.
Ohne die erhoffte Hilfe von Bekannten und Verwandten sind sie auf sich alleine gestellt und versuchen Fuß zu fassen und sich ein Leben in Deutschland aufzubauen.


Meine Meinung:

Eindrucksvoll schildert Rena Dumont das Leben in der Tschechoslowakei, während des kalten Krieges, die Gefahren die Lauern, wenn jemand von der Flucht etwas mitbekommt. Die Angespanntheit bis zum Tag X ist spürbar und je näher dieser Tag kommt, umso gereizter ist die Stimmung und die Angst größer. Die Euphorie die kurz nach der Überfahrt der Grenze herrscht, verfliegt schnell. Neue Probleme kommen auf. Während Lenka dabei immer optimistisch ist, stark bleibt und ihren Ängsten keine Chance gibt, zweifelt ihre Mutter und ihre Ängste lähmen sie. Lenka zieht ihre Mutter mit und bleibt voller Hoffnung für sie beide. Sie lässt sich nicht unterkriegen und so habe ich Lenka auch eingeschätzt, als eine sehr starke Persönlichkeit.
Das einzige was mich gestört hat an Lenka, waren ihre Aussprache und Gedanken. Gerade zum Thema Sex und ihren Empfindungen sind sie mir oft zu derb und plump rüber gekommen. 
Der Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut und lässt sich sehr gut lesen. Man fliegt durch das Buch und einmal angefangen, lässt es sich nur schwer aus der Hand legen. In kurzen Kapiteln erzählt Rena Dumont eindrucksvoll, gefühlvoll und bewegend von Lenkas Leben und ßt zum Teil ihre Geschichte mit einfließen. 
Das Buch hat mich oft nachdenklich gestimmt und mir diese andere Welt, wo der Staat kontrolliert und seine Macht ausübt, näher gebracht. In dem man sich vorkommt, wie in einem riesigen Gefängnis, in dem man nicht sicher ist und eigentlich niemandem vertrauen kann. Funktioniert man nicht so, wie vom Staat gewollt, dann kommt es zur öffentlichen Bloßstellung. Aber auch endlich in Deutschland angekommen, schildert Rena Dumont von den Schwierigkeiten, die es bei der Einwanderung gibt. Das zermürbende Warten auf den Asylantrag und das Gefühl der Nutzlosigkeit. Nichts durfte man machen, doch gleichzeitig soll man integriert werden, in einem Ort der abgeschottet von der Außenwelt ist. Und hier bewundere ich Lenkas Stärke wieder einmal, die sich nicht unterkriegen lässt und kämpft. Die ihre Mutter wachrüttelt und wieder Stark für sie beide ist. Lenka entwickelt sich in dem Buch von einem Wildfang zu einem jungen Menschen, der mir ab und an zu erwachsen ist, auf der anderen Seite aber auch noch die unreife eines pubertierenden Mädchen zeigt
Ich finde, dies hat Rena Dumont sehr gut näher gebracht und ich bin froh dieses Buch gelesen zu haben. 

Fazit:

Ein Buch über den großen Traum vom Paradies und den steinigen Weg dorthin.  

 

1 Kommentar :

  1. Das Buch fand ich auch total gut und mir hat es gezeigt, das SEX einfach seine eigene Zeit hat und man es auf keinen Fall tun sollte um jemanden zu gefallen. Vielleicht wäre es für Lenka viel, viel schöner gewesen ohne Druck in einer schönen Umgebung und der Sicherheit der Zukunft? Richtig krass fand ich das Porno gucken im Gemeinschaftsraum. Kinder und Erwachsene zusammen - Geht gar nicht!!!

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LG Mone