Dienstag, 30. April 2013

Leichtmatrosen- Tom Liehr

http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/cover/9783352008535.jpg 
Klappenbroschur, 352 Seiten
Rütten & Loening
978-3-352-00853-5
14,99 € (D)
Hier  kann man das Buch besellen



Inhalt:

Henner, Patrick, Simon und Marc sind allenfalls Bekannte. Sie spielen ab und zu Badminton und gehen ansonsten getrennte Wege. Irgendwann beschließen sie, eine Hausboottour zu machen. 10 Tage ohne die Verpflichtungen des Alltags, 10 Tage Abenteuer. Denn keiner von ihnen hat jemals ein Boot gesteuert, schon garnicht ein Hausboot mit 15 Meter länge.



Meine Meinung:

Zusammen mit den vier Protagonisten habe ich die Hausboottour erlebt, wunderbare Landschaftsbeschreibungen genossen, die Tom Liehr mit viel Liebe zum Detail dem Leser näher gebracht hat. Wer schon einmal in der Gegend war, weiß wovon Tom Liehr schreibt, wer es noch nicht war, bekommt vielleicht Lust, seinen Urlaub dort zu verbringen. Vielleicht auch auf einem Hausboot.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert und wird aus der Sicht von Patrick erzählt. Im ersten Teil überwiegen die wundervollen Landschaftsbeschreibungen, die ersten Versuche ein Hausboot zu steuern, geht es im zweiten Teil eher um die beginnende Freundschaft zwischen Patrick, Henner, Mark und Simon.
Dabei darf die ein oder andere Orgie nicht fehlen, deren Auswirkungen am nächsten Tag auch für den Leser spürbar sind.

Tom Liehr verwendet viele Vergleiche um Situationen bildhaft zu schildern. Nicht immer war es mein Geschmack, wenn als Vergleich eine Randgruppe der Gesellschaft herbeigeholt wird, die sich nicht wehren kann. Für mich ein persönliches No-Go und es hat auch nichts mehr mit künstlerischer Freiheit zu tun, denn es gibt Menschen, die müssen geschützt werden und dürfen auf Grund eines Defektes nicht ins lächerliche gezogen werden.
Die Protagonisten sind recht blaß, als die Geschichte beginnt. Man spürt, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat. Aber man lernt sie im Laufe der Geschichte immer besser kennen. Dafür lässt Tom Liehr ihnen den Raum um ihre Geschichte zu erzählen. Es könnte aus dem Leben gegriffen sein und obwohl es die ein oder andere Übertreibung gibt, wirkt das Buch nicht aufgesetzt und fern ab jeglicher Realität.

Der Schreibstil ist wunderbar. Locker, witzig und an den richtigen Stellen mit dem nötigen ernst. Herrlich amüsant die Schilderungen, wie die Chaoten das Boot steuern und ganz viel Liebe steckt in den Landschaftsbeschreibungen.

Fazit:

Das war Urlaub in Buchform. Vielen Dank! 

 

1 Kommentar :

  1. "Urlaub in Buchform" - schön ausgedrückt! Allerdings wäre es mir lieber gewesen, wenn mich der Autor mit auf seine Bootstour genommen hätte! Nein, im Ernst: Es ist ein tolles Buch, locker und stimmt trotzdem nachdenklich.

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LG Mone