Sonntag, 14. April 2013

Unbekannt verzogen- Tom Winter

Unbekannt verzogen 
insel taschenbuch
Klappbroschur,  281 Seiten
12,99 Euro (D)
ISBN: 978-3-458-35916-6
  
Ein ganz großes Dankeschön an den Suhrkamp/Insel Verlag die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar geschickt haben. Ihr wollt mal reinlesen, dann findet ihr hier die Leseprobe.
Zu bestellen gibt es das Buch hier.


Inhalt:

Carol hat eigentlich alles. Sie hat einen Mann, eine Tochter, auch wenn diese in der Pubertät steckt, ein Haus und einen Job. Doch trotzdem ist sie unglücklich mit ihrem Leben und fühlt sich seit Jahren in ihrer Familie einsam. Um ihren Frust abzumildern schreibt sie einen Brief ans Universum und schickt diesen ohne jegliche Daten von sich ab, nur mit einem Smiley gekennzeichnet.
Albert ist alleine, er hat keinen mehr, ausser seiner Katze Gloria. Seine Frau verstarb schon vor vielen Jahren. Er hat nur noch einige Wochen bis zu seiner Rente. Auf seiner Arbeitsstelle, der Post, wird er auch mehr und mehr auf´s Abstellgleis befördert und irgendwann landet er in einem kleinen Kabuff und soll unzustellbare Briefe sortieren. Eines Tages hält er einen Brief mit einem Smiley in der Hand...

Meine Meinung:

Durch die Covergestaltung und der Titel, hatte ich erst eine andere Art der Geschichte im Kopf gehabt, umso mehr war ich erstaunt, als ich die ersten Zeilen gelesen habe. Aber ich war positiv erstaunt und jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, passen Cover und Titel hervorragend.
Tom Winter hat einen wunderbaren Schreibstil und er ist ein Autor, der mal genau hingeschaut hat. Seine Protagonisten sind hervorragend charakterisiert und seine Geschichte beschreibt das Leben der Beiden sehr genau. Dabei darf dann der Sarkasmus und trockene Humor nicht fehlen und dieses lockert die ansonsten recht traurige Geschicht auf. Aber es wirkt nicht ins Lachhafte gezogen, was ich sehr wichtig finde, denn gerade bei Albert, der am Rande der Gesellschaft lebt, würde das nicht so gut ankommen. Nein, er ist bei all dem Sarkasmus auch noch sehr gefühlvoll.
Carol, die sehr negative Gedanken hegt, war mir genauso sympathisch, wie Albert. Im Wechsel wird deren Geschichte erzählt und besonders die von Albert hat mich sehr berührt. Aber sie wirkte nicht deprimierend, da die Gedanken, die sich Albert so macht, sehr amüsant sind und seine Geschichte aufgelockert haben.
Die Kapitel sind kurz gehalten und es liest sich sehr schnell und flüssig. Es ist jetzt kein großartig spannendes Buch, was ich auch nicht erwartet habe, aber schon nach wenigen Seiten wurde meine Neugierde immer größer und das Buch ließ sich nicht so schnell mehr aus der Hand legen. Ich wollte einfach wissen, wie es weitergeht.
Während des Lesens spürt man die Wandlung, die die beiden Hauptprotagonisten durchmachen. Es beginnt langsam und stetig und wird durch das Ende, welches mir dann leider viel zu schnell kam, zum Abschluss gebracht. Auch, wenn es ein offenes Ende ist, verstehe ich es als Neuanfang der Personen und nicht als mögliche Fortsetzung diese Buches. Denn das braucht das Buch garnicht, weil die eigentliche Geschichte, ist in sich abgeschlossen.

Fazit:

Gefühlvoll, bewegend und eine Spur sarkastisch. Ein Buch über zwei Menschen, die unterschiedlich einsam sind und ihren Weg auszubrechen.
Tom Winter ist ein Autor,  den man sich merken sollte.

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LG Mone