Donnerstag, 13. Juni 2013

Aggression- Jesper Juul

Warum sie für uns und unsere Kinder notwendig ist


 
Sachbuch
176 Seiten, gebunden
S.Fischer
ISBN 978-3-10-091063-9
16,99 Euro (D)
Hier kann man das Buch bestellen

Seit über drei Jahrzehnten arbeitet Jesper Juul als Familientherapeut und hat schon einige Bücher über Erziehungsthemen geschrieben. In seinem neuen Buch versucht Juul das Thema Aggression aus der Tabuzone zu ziehen und ihm einen neuen Stellenwert in der Erziehung der Kinder zu geben.
Dabei bedient er sich auch hier wieder an Elternbriefen und Einblicken in seine Arbeit, die das Buch auflockern und das Thema vertiefen.


Wir alle möchten liebe und am besten perfekte Kinder haben, die nicht beißen, schlagen und schreien. Doch gehört konstruktive Aggression zur gesunden Entwicklung der Kinder dazu und es kann fatal sein, diese zu unterdrücken und mit Konsequenzen, dass neumodische Wort für Strafen, zu behaften. Aggressionen ist ein Gefühl, daß nicht unterdrückt werden darf, damit unsere Kinder zu selbstbewußte Menschen heranreifen können und den Umgang mit ihren Aggression erlernen.

Im ersten Teil des Buches veranschaulicht er die momentan herrschende Situation in Schweden, die sich ihm in seiner Arbeit zeigt und wirft einen Blick in die Zukunft, aber auch einen Blick in die Vergangenheit, damit man ein Verständnis, wie Aggressionen zu einem Tabu werden konnten, entwickeln kann.
Dabei schreibt er auch für den interessierten Laien verständlich und anhand seiner Erfahrungsberichten in diesem Bereich, wirkt das Buch zu keiner Zeit langatmig und trocken, sondern anschaulich und lebendig.

Kinder die aggressives Verhalten zeigen sind nicht per se Problemkinder, nur fragt sie keiner nach dem Grund ihres Verhalten. Ihnen wird ein Stempel aufgedrückt und sie werden in eine Schublade gesteckt.
Mütter bekommen mitunter ein schlechtes Gewissen, weil ihnen der Kragen geplatzt ist und sie ihr Kind angeschrien haben. Sie haben Angst in der Erziehung versagt und ihren Kindern Schaden zugefügt zu haben. Dabei haben sie eigentlich alles richtig gemacht. Sie waren menschlich und haben in dem Moment ihr Gefühl gezeigt. Nur darf man das nicht den Kindern zur Last legen und ihnen die Schuld für den Gefühlsausbruch geben, sondern sollte dazu stehen und sich dann auch entschuldigen. Den Kindern erklären, warum man so wütend war. Die Erwachsenen verstehen sich darauf, den Kindern für vieles die Schuld zu geben, auch für ihre eigenen Gefühle. Nachdem Motto: " Ich habe gebrüllt, weil Du..." 
Genauso, wie man im Gegenzug die Kinder fragen muss, warum warst Du da wütend, ich möchte dich verstehen, damit wir einen Weg finden. So werden Kinder ernst genommen und können daraus lernen. Nicht mit dem Satz, der an jeglicher Lösung vorbeigeht, "Hör auf zu schreien, ich weiß ja warum Du wütend bist"- wissen wir das wirklich immer, warum unser Kind so ist, wie es ist?

Juul ist bekannt dafür, dass er auf der Seite der Kinder steht, aber er hat einen sehr feinfühligen Weg gefunden, sich dabei nicht gegen die Eltern/Erzieher/Pädagogen zu stellen. Er möchte sie alle im Boot wissen. Es ist an der Zeit etwas zu ändern und das Thema Aggression zu enttabuisieren, zu verstehen, was für Aggressionen es gibt und das aggressives Verhalten nicht zwangsläufig zur Gewalt führt, sondern auch seine positiven Seiten hat. In seinem Buch beleuchtet er verschiedene Formen von Aggressionen und das eine konstruktive Aggression wichtig ist. Er verharmlost keineswegs die sinnlosen Gewalttaten gegenüber Mitmenschen, sondern beleuchtet die verschiedensten Formen.

Ein wichtiges Buch, welches ich Eltern/Eriehern/Pädagogen empfehlen kann, damit Aggressionen einen legitimen Stand in der Gefühlswelt bekommen und nicht weiterhin unterdrückt werden.

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Wie die meisten Blogger, freue ich mich auch über liebe Kommentare und Feedbacks.

LG Mone