Samstag, 24. August 2013

Der erste Ball der Clara Carter- Siri Mitchell

http://www.scm-haenssler.de/fileadmin/mediafiles/scm_shopproduct/Bilder/Cover_Download/395274000.JPG 
SCM Hänssler
400 Seiten, Paperback
ISBN: 978-3-7751-5274-7
15,95 Euro (D)
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Als Debütantin hat man kein leichtes Leben vor allem, wenn man eigentlich garnicht heiraten möchte und auf diesen Zirkus keine Lust hat. Clara Carter soll debütieren. Die Ehre der Familie retten, den reichen de Vries- Erben sich angeln. Und ihre Tante bereitet sie darauf vor und diese geht in ihrer Sache auf. Es zählt nicht, welche Gefühle Clara hat, es zählt nur, dass sie wie ein Püppchen auftritt, belanglose Konversationen betreibt und sich sehen lässt, dabei wird die Kirche zum wöchentlichen Laufsteg. Aber Clara hat viel mehr zu bieten, sie ist intelligent, möchte studieren und fühlt sich wohler, wenn die Gespräche tiefer gehen und sie fordern.
Ihre Freundin ist da ganz anders, sie wurde schon von Kind an auf das Debütieren vorbereitet. Doch auch sie soll den reichen de Vries-Erben sich angeln.


Siri Mitchell entführt uns in das New York im 19. Jahrhundert. Wer Geld hat ist angesehen, die Unterschicht wird von diesen Reichen verleugnet und ausgeblendet. Eindrucksvoll schildert sie das Leben von Clara, wie es einst war, ihre Träume und Hoffnungen und  wie es im Zirkus der gesellschaftlichen Einführung nun aussieht. Die Qualen, die sie durchleben muss, angefangen vom Tragen eines Korsetts, deren Schnürungen immer enger werden, damit die Wespentaille erreicht wird. Das Zeichen einer schönen Frau, denn nur wer eine schmale Taille hat, ist schön. Die gesundheitlichen Folgen bleiben oftmals aussen vor.
Innerhalb kurzer Zeit waren mir die Protagonisten vertraut, sie agieren lebendig in ihrem Rahmen und lassen das Buch aufleben. Der Schreibstil ist so wunderbar und fließend. Man kann in dieses Buch abtauchen und die Zeit vergessen. Das Ende ist so traumhaft schön und passt mit jedem Wort wunderbar zum Buch. 
Im Buch gibt es immer wieder Textstellen und Auszüge aus Gedichten des Dichters Byron. Sie sind hervorragend ausgewählt und unterstreichen das gefühlvolle Buch nochmals.
Es ist wirklich eine Schande, dass dieses Buch eher unbeachtet bleibt. Denn das hat es nicht verdient.
Das Buch kommt aus dem christlichen Verlag SCM-Hänssler, aber keine Scheu, der christliche Bezug ist sehr dezent gehalten und fällt eigentlich nur kaum auf. 
Im Nachwort gibt es noch einige sehr interessante Informationen um die frühe New Yorker Gesellschaft, das Tragen eines Korsetts, welches in der Geschichte ja thematisiert wird und die Anfänge der ersten Klatschpresse und Modezeitungen. Man merkt, dass die Autorin dort gut recherchiert hat.

Fazit:

Ein rundum gelungenes Buch. Eine Geschichte deren Worte fließen und in die man abtauchen kann, um ein wenig den Alltagsstreß zu vergessen.

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LG Mone