Mittwoch, 30. Januar 2013

Netzgeflüster- Molly Shapiro










Sonntag, 27. Januar 2013

Optimum Blutige Rosen- Veronika Bicker


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Thriller
flexibler Einband, 352 Seiten
14,99 Euro (D)
ISBN: 978-3-86396-044-5




 

Inhalt:

Als ihre Mutter eine neue Stelle an einer Eliteschule annimmt, muß Rica wohl unter übel mit, dabei hat sie alles andere als Lust auf ihre neue Schule.
Denn die Schule ist sonderbar und birgt ein Geheimnis. Nachdem Tod einer Schülerin, beginnt Rica Fragen zu stellen und schwebt bald selbst in großer Gefahr...

Cover:

Das Cover ist sehr gelungen. Der helle Hintergrund, die Rosenbüsche, die sich, als besonderes Highlight auch auf dem Buchschnitt wiederfinden. Der Titel ist in blutroter Frarbe gehalten und sticht hervor. Der erste und der letzte Buchstabe sind verschmiert.

Meine Meinung:

Den Einstieg in die Geschichte fand ich richtig toll. Ich konnte mich als Leser sehr gut an den Handlungsort zurechtfinden, da Veronika Bicker ihn mit sehr vielen Details beschrieben hat. Ich bin mit Rica über das Schulgelände gelaufen und habe das gesehen, was sie gesehen hat. Eine sehr gute Atmosphäre wurde damit geschaffen.
Somit war dann das erste Drittel des Buches eher seicht und kaum von Spannung geprägt. Erst mit dem Tod der Schülerin kam die Spannung auf und nahm rasant zu.
Die Stimmung, die Rica mit ihren Fragen auslöst, sind super eingefangen und alles wird sonderbar und mysteriös.
Man möchte das Buch nicht mehr als nötig aus der Hand legen, man möchte wissen, was es mit der Schule auf sich hat.
Einen kleinen Negativpunkt habe ich dennoch: Das Verhalten von Ricas Mutter. Auch wenn sie nur eine Randperson darstellt, bleibt sie mir sehr blaß. Ihr Verhalten gegenüber Rica ist eher gleichgültig und irgendwie lebt sie nur für ihren Job, scheint sich keine Sorgen um ihre Tochter zu machen. Was da dahinter stecken mag? Vielleicht verrät es mir der 2. Band
Der Schreibstil ist sehr flüssig. Die Sprache ist sehr jugendhaft und man rauschte nur so durch das Buch. Es hat Spaß gemacht, dies zu lesen und schon nach ein paar Seiten hat bei mir das Kopfkino eingesetzt.
Das Ende war für diesen Teil der Geschichte sehr gelungen. An manchen Stellen ein wenig übertrieben, aber die wichtigsten Fragen wurden logisch aufgeklärt und die letzten Seiten waren nochmals Spannung pur und sehr nervenaufreibend.
Jetzt bin ich sehr gespannt auf den zweiten Teil, es sind nämlich noch soviele Fragen offen.

Fazit:

Ein spannender Jugendthriller, mit einem Schuß Mysterie.
 


Adieu, Sir Merivel- Rose Tremain

 

 

 

 



Insel
Roman
gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 445 Seiten
19,95 Euro (D)
ISBN: 978-3-458-17563-6

Suhrkamp/Insel

 

 

 

"Ich begreife jetzt, was dies für Zeiten sind- es sind Zeiten des Abschiedes." (Seite 265)

 

Inhalt:

16 Jahre nachdem er sein Buch von seinem Diener Will verstecken lassen hat, taucht es wieder auf. Das Buch, welches einen Teil von Merivels Leben erzählt. Er, ein Lebemann, immer auf der Suche nach einem neuen Abenteuer. Doch einiges hat sich geändert. Merivel ist einsam, seniert über das Leben, welches er jetzt führt und flüchtet immer mehr in seine Depression.
Als seine Tochter mit den Nachbarn eine mehrwöchige Reise antreten möchte, muss sich was ändern. Anstatt Trübsal zu blasen, macht er sich auf den Weg nach Frankreich um dort, als Arzt im Dienste des Königs, eine Anstellung zu finden. Doch leider verwehrt man ihm den Zutritt zum Hof, doch er trifft auf die schöne Louise und verliebt sich in sie.

Cover:

Der Schutzumschlag zeigt eine abblätternde Tapete, eine alte Tapete. Nachdem Lesen passt das Cover perfekt zum Leben von Merivel, welches genauso am Blättern ist. Unter dem Buch erstrahlt das Buch in goldener Farbe und auch das passt wunderbar zur Lebensgeschichte von Merivel.

Meine Meinung:

Das obengenannte Zitat beschreibt am besten das Buch. Es ist Merivels Lebensgeschichte und er persönlich erzählt seine Geschichte als Arzt, Lebemann und Vertrauter König Charles.
Es ist der 2. Band von Sir Merivel, den 1. Band kenne ich nicht. Deswegen kann ich auch nur dieses Buch bewertet, ohne irgendwelche vergleiche zum Vorgängerband zu ziehen. Ich habe mich sehr gut zurecht gefunden in dem Buch und hatte jetzt nicht das Gefühl gehabt, etwas wesentliches verpasst zu haben.
Sein wirklich betagter Diener Will, immerhin schon 74 Jahren und immer treu an Merivels Seite, gehörte zu meiner absoluten Lieblingsfigur. Wie gut konnte ich mir den ein wenig senilen, teils auch nur gespielt und hutzeligen Mann vorstellen. Die Dialoge zwischen Will und seinem Herren sind so humorvoll und auch, wenn Will der Diener des Hauses Bidnold ist, sagt er offen seine Meinung. Er ist nicht nur ein Diener, er begleitet Merivel schon sehr lange Zeit und ist ihm ein Freund und Vertrauter geworden.
Merivel erlebt viel in diesem Band. Seine Reise nach Frankreich endet anders als geplant und er verliebt sich in die schöne Louise. Es scheint, als hätte er in dieser Frau seine wahre Liebe gefunden, denn bis zu diesem Zeitpunkt hegte er zu keiner Frau so tiefe und innige Gefühle, ausgenommen zu seiner Tochter. Deren Wohl ihm besonders am Herzen liegt und das merkt man sehr. Für sie würde er alles tun, mit ihr leidet und freut er sich mit.
In vier Abschnitten erzählt Merivel nun seine Lebensgeschichte. Jedem Abschnitt wird dabei einen besonderen Teil gewidmet. Sie fängt mit dem Fund seines ersten Buches im Jahre 1680 an und endet 1682, in dem wir Sir Merivel durch die Jahre begleiten dürfen. Die Geschichte wird durch die humorvollen Dialoge, besonders zwischen Merivel und Will aufgelockert und auch die Liebelei zu Louise bringen ein wenig Licht in die ansonst sehr düstere und teils auch depremierende Geschichte von Merivel. Das Buch ist anders als ich erwartet habe, aber es hat mir gefallen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und gut zu lesen, trotz der teilweise gehobeneren Ausdrucksweise, die mir besonders in den Dialogen und den Briefen, die er schreibt und erhält, aufgefallen ist. Sehr stolz erzählt Merivel von seiner Vergangenheit, als er noch der Lebemann war und man spürt die Stimmungsschwankungen sehr. Wirkliche Spannung kommt nicht auf, aber das habe ich bei diesem Buch auch nicht erwartet. Wenn ich Spannung möchte, dann bevorzuge ich doch eher einen Krimi. Aber es wurde für mich nicht langweilig, ich habe Merivel sehr gerne in diesem Lebensabschnitt begleitet und seine Geschichte gelesen.

Fazit:

Ich fand es ein ganz tolles Buch und "Adieu, Sir Merivel" hat mir einige schöne Lesestunden bereitet.

Dienstag, 15. Januar 2013

Wie Blüten im Wind- Kristin Hannah


http://www.ullsteinbuchverlage.de/media/9783548284774_cover.jpg 










ullsteintaschenbuch
Broschur, 496 Seiten
8,99 Euro (D)
ISBN-13: 9783548284774

ullsteinbuchverlage




 

 

Inhalt:

Lexi ist ein 14 jähriges Mädchen, als wir sie kennenlernen. Sie hat schon in mehreren Pflegefamilien verbracht und wurde dort immer von ihrer Mutter herausgerissen, wenn diese eine Therapie oder Gefängnisstrafe beendet hatte. Nun soll sie zu ihrer Großtante Eva ziehen und sieht ihrer Zukunft mit Angst entgegen. Sie hat Angst, dass auch Eva sie eines Tages wieder ins Heim gibt. Dabei sucht sie nur Beständigkeit in ihrem Leben und eine liebvolle Bezugsperson.
In ihrer neuen Schule lernt sie Mia kennen. Mia kommt aus reichem Hause und hat eine Mutter die sich aufopferungsvoll um ihre Kinder kümmert. Ihr Zwillingsbruder Zach ist sehr beliebt in der Schule und hat einen großen Freundeskreis, doch Mia ist eine Einzelgängerin, der es schwerfällt sich auch Freundschaften einzulassen, besonders nachdem sie schon einmal von einer "besten" Freundin hängen gelassen wurde. Mia ist ein schüchternes Mädchen und besitzt sehr wenig Selbstvertrauen.
Doch Lexi und Mia werden zu besten Freunde und sind ab nun unzertrennlich. Auch als sie eine Beziehung mit Zach eingeht, kann sie das nicht trennen. Bis eine folgenschwere Entscheidung das Leben von Lexi und der Familie von Zach zerstört. Ein Unfall, in dem Mia ums Leben kommt.

Meine Meinung:

Das Buch ist in 2 Teilen plus Prolog eingeteilt. Die jeweiligen Kapitel sind Nummeriert und am Anfang des Kapitels sehen wir an der oberen Ecke die fliegenden Blüten.
Im Prolog treffen wir Lexi in der Night Road im Jahr 2010. An der Stelle, wo Mia ihr Leben verlor.
Der erste Teil beginnt 2004 und wir erleben die Freundschaft zwischen Lexi und Mia. Klar, armes Mädchen trifft reiches Mädchen, hat man schon oft gelesen, doch ich finde diese Geschichte auf ihre Art einzigartig. Das erste Zarte Band der Freundschaft, die Gefühle und Emotionen in der Freundschaft, das wachsen von Mia zu einem selbstbewussten Mädchen, die immerwieder von ihren Ängsten heimgesucht wird und von Lexi Halt und Stärke zugesprochen bekommt. Dann die Zarte Liebe zwischen Zach und Lexi. Die Geschichte blieb nicht stehen, sonder war immer in Bewegung und am Wachsen.
Sie ist in Erzählform geschrieben, aber es gibt nicht den allwissenden Erzähler. Der Erzähler schildert die Geschichte besonders aus der Sicht von Lexi und Jude, die Mutter von Mia und Zach. Dabei stehen immer wieder die Gefühle der Personen im Vordergrund und auch die Entscheidungen, die sie treffen mussten.
Während im ersten Teil sehr viel Leichtigkeit vorhanden ist, es gibt viele Parties, der erste Kontakt mit Alkohol, die zarte Liebe zwischen Jugendlichen und nur die Sorgen der Mutter ihren Schatten über die Geschichte wirft, ändert sich das Lesen gegen Ende des ersten Teils. Durch die folgenschwere Entscheidung und den daraus resultierenden tragischen Unfall, wird die Stimmung des Buches sehr düster und bedrückend.
Die Gefühle sind trotz der einfachen Wortwahl sehr tief und lösten bei mir als Leser eine gedrückte Stimmung aus. Schon lange hatte mich ein Buch nicht mehr so im Griff gehabt. Ich habe oft schlucken müssen und mir sind auch die ein oder andere Träne gekommen, die ich nicht mehr unterdrücken konnte. Die Geschichte ging mir sehr nahe.
Als ich das Buch beendet hatte, musste ich es erstmal ein wenig sacken lassen. Das Ende ging mir persönlich ein wenig zu schnell, die Ereignisse überschlugen sich ein wenig.
Trotzdem hat das Buch die 5 Sterne und wenn ich könnte sogar noch mehr, verdient. Es ist ein Buch, welches unter die Haut geht, es ist eine Geschichte, welches das Leben erzählt.

Fazit:

Ein Buch mit ganz viel Gefühl!


Sonntag, 13. Januar 2013

Die Männer die wir lieben,...- Sigrid Goddard


  http://www.piper-verlag.de/media/9783492300865_cover.jpg


  ...und die Luschen die wir kriegen

 Alles, was unmännlich ist 

 

 



Piper Taschenbuch
Kartoniert, 176 Seiten
8,99 Euro (D)
ISBN: 9783492300865

Piper Verlag



 

 

Inhalt:

Was ist unmännlich?  Auf diese Frage gibt Sigrid Goddard in diesem kleinen Buch Antworten. Ein Best of ihres Blogs in alphabetischer Reihenfolge niedergeschrieben. Ein Buch was, besonders Frauen anspricht und hoffentlich dem ein oder anderen Mann die Augen öffnet...

Das Cover:

Das Cover ist ein echter Hingucker. Ein rosa Cover zieht die Blicke auf sich, sticht heraus. So geht es mir jedenfalls...
Der Titel nimmt einen Großteil des Deckblattes ein, was auch kein Wunder ist. Darunter sieht man ein Mann, der, wie ich finde, das unmännliche inhaliert hat. Einen Luftkuss machenden Mann, in einem schönen Schaumbad mit Quietscheentchen.
 

Meine Meinung:

Schon das Vorwort verheißt tolle Unterhaltung. Auf witzige Weise erzählt Sigrid Goddard die Entstehungsgeschichte ihres Buches und die Lust nun endlich zu erfahren, was der Großteil der weiblichen Bevölkerung als "unmännlich" und "Das geht ja garnicht" empfindet. Weil, wenn ich ehrlich bin, habe ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht...
Von A-Z wird in kurzen Artikeln nun die Highlights des Blogs http://www.alleswasunmaennlichist.de/, mit dem alles angefangen hat, zusammengetragen. Mir fällt es schwer eine Top 10 Liste zu erstellen, da fast jeder Beitrag göttlich ist und ich sehr häufig mindestens ein männliches Exemplar nennen konnte, auf den das genau zu trifft.
Ich habe Tränen gelacht und mich richtig gut amüsiert. 
Sigrid Goddard erzählt auf spritzige Weise jeden ihrer Artikel und hält den Witz das ganze Buch aufrecht. Kein Beitrag kam mir plump rüber, bei keinem musste ich erst den Witz suchen. Die Schreibweise lässt sich flott lesen und das kleine Büchlein hatte ich in kurzer Zeit durchgelesen und fand es sehr Schade, dass es ein Ende hatte.
Sigrid Goddard findet für jeden Artikel die richtige Wortwahl und es wirkt nicht beleidigend. Ein Mann mit ein bisschen Humor wird vielleicht auch bei dem ein oder anderen Beitrag ein "Aha"- Erlebnis haben. Die weibliche Leserschaft kommt auf jeden Fall auf ihre Kosten.
Aber nicht alles in diesem Buch entspricht der Wahrheit, weil manche Sachen dürfen Männer genauso wie Frauen und sie werden bestimmt nicht "unmännlicher".

Und hier kommt meine persönliche Top 10 (nach reichlicher Überlegungszeit):

-Einparkhilfe                                    
-Grillinkompitenz
-Handwerker rufen
-Sandalen
-Babysprache
-Angst vor Spinnen
-Abkürzungen auf "i"
-String- Tangas
-Emoticons
-mitgebrachtes Mittagessen

Fazit:

Wer wissen möchte, was es mit der Grillinkompitenz zu tun hat und weitere unmännliche Eigenschaften kennenlernen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Auch ein Blick auf Sigrid Goddards Blog lohnt sich.

 

Freitag, 11. Januar 2013

Nacht der Einsamen- Julie Fellmann

George Clooney, Tante Renate und ich- Fanny Wagner


http://www.rowohlt.de/fm/501/978-3-499-25932-6.jpg 











rororo
Taschenbuch, 288 Seiten
9,99 Euro (D)
ISBN: 978-3-499-25932-6

Rowohlt Bücher





Inhalt:

Die junge Übersetzerin Eva hat Pech in der Liebe. Ihr Noch- Freund Tobias nutzt schamlos ihre Verlagskontakte aus, aber ansonsten vergnügt er sich lieber mit anderen Frauen.
Da sie in einer dreier WG mit ihren Freundinnen Antonia und Bettina wohnt, bleibt für Trübsalblasen keine Zeit. Sie beschließt ihr Leben zu ändern und schreibt eine Liste mit allen wichtigen Punkten, die es zu ändern gilt.
Und genau jetzt zieht ihre Tante Renate ins Gästezimmer ein und das Chaos kann beginnen....

Meine Meinung:

Tja, was soll ich schon groß sagen, ich fand es herrlich und die 5 Sterne hat Fanny Wagner mehr als verdient. Sie hat ein großartiges Debüt geschrieben. Von der ersten Seite an war man Teil der WG und konnte das schöne Chaos live miterleben.
Es gab ganz viel zu lachen und auch die Spannung kam nicht zu kurz.
Herrlich die Dialoge zweier Nachbarinnen, die im Treppenhaus getratscht haben. Es wurde so aufgeschrieben, wie die beiden Damen gesprochen haben. Zum Beispiel: "Eths"=Aids usw. Und ich liebe sowas. Es ist zwar nicht immer leicht zu lesen, doch es bringt einem die Geschichte, noch ein Stückchen näher.
Auch neuen Wortschöpfungen und Kosename stand ich gegenüber, die ich bis zu diesem Buch nicht kannte. Zum Beispiel
Aber bei all dem Witz und der Leichtigkeit hat das Buch auch noch eine ordentliche Portion Crime und das hebt es von den üblichen ChickLit Büchern ab. Ich habe es nicht erwartet, dass ich mit den Mädels noch Detektiv spielen darf. Zum Schluss hin war die Spannung dann so groß, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Eine gelungene Überraschung.
Das Ende selbst war dann für mich wieder typisch ChickLit, aber ich fand es schön. Alles hat sich harmonisch zusammen gefügt...
Der Schreibstil von Fanny Wagner ist flott und erfrischend. Es macht richtig viel Spaß zu lesen. Die Personen sind so liebevoll charakterisiert und herausgearbeitet und da spielt es keine Rolle, ob sie nun eine der Hauptprotagonisten ist oder nur eine unbedeutende Nebenrolle einnimmt. Es sind Personen, wie man sie überall antreffen kann und durch ihre kleinen, oder auch größeren Macken, werden sie lebendig und völlig normal.
Die Handlungsorte sind toll beschrieben und ausgearbeitet. Man fühlt sich insgesamt als Teil dieser Geschichte.
Und am Besten hat mir Tante Renate gefallen. Sie ist ein richtiges Original und egal wie groß das Chaos ist, sie setzt auch noch einen drauf. Hat an den richtigen Stellen immer eine Weisheit parat, ist ein wenig naiv und liebestoll, aber sehr herzlich.

Fazit:

Mit Witz und Spannung hat Fanny Wagner eine tolle Mischung fabriziert. Eine sehr unterhaltsame Story.

Donnerstag, 3. Januar 2013

ambra- Sabrina Janesch

http://www.aufbau-verlag.de/media/Upload/cover/9783351035006.jpg

 








Roman
Gebunden mit Schutzumschlag
372 Seiten
22,99 Euro (D)
ISBN: 978-3-351-03500-6

Aufbau Verlag

 

 

 

 

 

Inhalt:

Kinga erfährt nach dem Tod ihres Vaters von der polnischen Seite ihrer Familie und einer kleinen Wohnung, die sie nun geerbt hat. Ausserdem bekommt sie einen kleinen Anhänger, eine Spinne in Bernstein eingeschlossen, der seit Generationen im Familienbesitz ist. Mit diesem Anhänger bekommt Kinga immer wieder Visionen, die die Vergangenheit ans Licht bringt.
Sie reist zur Stadt am Meer und trifft auf die Familie. Aber das Treffen ist sehr angespannt, das seit Generationen ein Streit zwischen der deutschen und polnischen Familie herrscht und die Wohnung macht eine Annäherung nicht gerade leicht...

Meine Meinung:

Das Buch ist in mehreren Erzählsträngen aufgeteilt, die sich innerhalb der Kapitel abwechseln. Dieses wird durch kleine Symbolen kenntlich gemacht, die den Anfang des jeweiligen Erzählstrang anzeigen.
Es gibt den Rückblick in die Familiengeschichte, die Geschichte des Bernsteinanhängers und des Streites, der seit Generationen herrscht. Dann erzählt Kinga ihre Wahrheit, ihre Visionen, die der Anhänger unkontrolliert hervorbringt. Ausserdem gibt es den Stadtschreiber mit seiner Version der Geschichte und seiner eigenen Wahrheit. Die Geschichte von Kinga und dem Stadtschreiber scheinen am Anfang noch übereinzustimmen, aber mit jedem Kapitel entfernen sie sich. Der Leser wird so "gezwungen" sich sein eigenes Bild zu machen und sich seine eigene Meinung bilden.
Es war für mich in Ordnung, dass die Kapitel sehr offen gehalten waren, aber leider war das Ende genauso offen. Damit bin ich nicht ganz klar gekommen und ich hätte mir auf einige Fragen noch Antworten gewünscht. Halt ein greifbareres Ende.
Der Schreibstil ist wundervoll. Ruhig fließt die Geschichte dahin und trotz der ruhigen Art, ist sie so intensiv. Schon die ersten Seiten zogen mich in den Bann, eine wundervolle Liebeserklärung an Danzig, die ich mehrmals gelesen habe.
Das Buch ist sehr ruhig und auch zum lesen benötigte ich vollkommene Ruhe. Es ist kein Buch für zwischendurch, sondern ein Buch, welches viel Aufmerksamkeit vom Leser beansprucht. Und Zeit zum nachdenken.
Die Spannung, die aus dem Wechselspiel der Erzählstränge und dem Wechsel aus Mystik, Magie und Realität aufgebaut wird, verliert im mittleren Teil spürbar, kommt aber gegen Ende wieder voll zurück.

Fazit:

Sehr ruhig und sehr intensiv. Eine fesselnde Familiengeschichte.