Mittwoch, 5. Februar 2014

Der Reiter der Stille von Gonzalo Giner

Der erste Pferdeflüsterer aller Zeiten. Unter erschwerten Bedingungen geboren, erkämpft er sich sein Leben...

768 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
 ISBN: 978-3-7645-0452-6
22,99 Euro (D)
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Yago wird heimlich und unter schlechten Bedingungen im Stall geboren. Als man glaubte er sei tot, hauchte ihm ein Pferd Leben in den kleinen Körper und von dem Zeitpunkt an, hatte er eine intensive Bindung zu diesen Tieren. Doch sein Leben ist ein ständiger Kampf, ein Kampf nach Liebe und Ruhe. Diese findet er bei dem Mönchen Camilo, doch schon bald, steht sein Leben erneut vor dem Scheiterhaufen und alles was ihm bleibt, ist die besondere Bindung zu den Pferden.



Durch mehrere Handlungstränge entsteht ein ständiger Wechsel in diesem Buch. Yago ist dabei einer der Hauptprotagonisten, der so viel durchmachen muss. Während seiner Zeit in Spanien wird er gehänselt, missbraucht, verachtet und durch als er durch Umstände auf Jamaika landet, wird er versklavt. Der Autor beschreibt auf schockierende Weise, die Versklavung und das Leben der Sklaven auf einer Plantage.
"Yago wusste nicht, dass er Indioland betreten hatte- Sklavenland." (Seite 256)
 
Dann gibt es noch Don Luis Espinosa, einer der fragwürdigen Gestalten. Ein Mensch der auf Macht aus ist und vor nichts zurückschreckt. Ihm Gegenüber wird der junge Mann Fabián Mandrago gestellt, der sich für das Recht einsetzt und von den Machenschaften von Don Luis und seinen Freunden erfährt. Doch bevor er diese aufdecken kann, wiederfährt ihm Schlimmes und nach Jahren, bekommt er seine Chance auf Rache.
"Ohne zu wissen, hatte dieser Mann gerade dafür gesorgt, dass er ein gutes Stück schneller zu seiner Rache kam." (Seite 151)

Die Personen werden so gut beschrieben, dass man sie sich immer sehr gut vorstellen kann. Ob mit guten oder schlechten Absichten ist dem Leser schnell klar. Nur bei einigen offenbart sich das wahre Gesicht erst später und dies gibt dann einen kleinen Schockeffekt. Durch die detallierte Schilderung der Umgebung, reift nach kurzer Zeit ein Film im Kopf an und man vergisst die Zeit während des Lesens. Leider sind diese Stellen auch manchmal ein wenig langatmig und das nimmt dann die Spannung. Besonders an Stellen, wo man es kaum erwartet, reißt die Spannung durch eine genaue Personenbeschreibung ab. Manchmal ist weniger mehr.

Das Leben von Yago ist bildhaft beschrieben. Von der ersten Minute an können wir ihn heranwachsen sehen und bekommen mit, welch eine Odyssee er in jungen Jahren schon durch machen muss. Schnell war mir beim Lesen klar, dass Yago ein Autist ist und mir wurde es ganz schwer ums Herz, wenn man dann liest, wie mit ihm umgegangen ist. Erst durch das Auftauchen von Bruder Camilo ändert sich etwas in seinem Leben. Er nimmt sich seiner an und Yago scheint ihm einen Platz in seiner Welt zu schaffen.

"Yago, ich glaube, wir beide werden gute Freunde."(Seite 146)

Die Worte von Bruder Camilo taten so gut beim Lesen, denn Yago hat bis zu diesen Worten nur Leid erfahren. Sei es körperliche Züchtigung oder psychische Misshandlungen. Bruder Camilo war auch eine meiner Lieblingsfiguren, bei der ich mich immer freute, wenn sie wieder aufgetaucht ist. Er ist ein grundehrlicher und gutmütiger Charakter, den man von Anfang an einfach gern haben muss. Aber auch Carmen und Volker sehen in Yago mehr und erkennen sein Talent, mit Pferden umzugehen.

Das Buch ist ein richtiger Schmöker und man kann sich dank der Dicke in der Geschichte verlieren und erlebt somit einige wunderbare Lesestunden. Die Geschichte ist mitreißend und der Autor schafft es geschickt, Fiktion mit wahren Begebenheiten zu verknüpfen. Es ist eine Geschichte, die über Jahre hinweg andauert. In verschiedene Schauplätze (Stille, Staunen, Einsamkeit, Verzweiflung, Entdeckung, Überwindung und Gefühle) gegliedert, die einen neuen Abschnitt einleiten, verliert man als Leser nicht den Überblick in diesem Roman und die Einteilung ist gelungen und beschreibt mit nur einem Wort, was mit Yago in diesem Abschnitt passiert.

Nachdem ich das Buch gelesen hatte, konnte ich es rundum zufrieden zuklappen. Es fehlte diesem Buch an nichts und für mich ist es ein Highlight. Es ist ein Buch, dass mir in Erinnerung bleiben wird.

Fazit:

Ein historischer Schmöker, der alles beinhaltet: Spannung, Intrigen und viel Gefühl.

1 Kommentar :

  1. Ich bin mal irgendwann in der Bibliothek an dem Titel hängen geblieben, weil ich ja einfach ein absoluter Pferdenarr bin, aber deine Rezi hat mich überzeugt ... bei Gelegenheit werde ich mir mal leihen denk ich :)

    liebe Grüße,
    Meike

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