Mittwoch, 2. April 2014

Themenbeitrag zum Buch "Der Zorn des Lammes" von Johannes Groschupf

Liebeswahn

Die Liebe ist eines der Themen in der Literatur, Musik, darstellende Kunst und Kunst. Kein Thema hat so einen hohen Stellenwert. Es ist ja auch eigentlich ein schönes Thema und mit den Schattenseiten mag man sich garnicht so gerne befassen.  Wer an Liebe denkt, der denkt eher an ein Hochgefühl, vielleicht auch mal an den Schmerz, der mit der Liebe einhergehen kann. Doch es gibt auch Menschen, die verfallen in einen Wahn.

Wahn ist die krankhafte Fehlbeurteilung einer Situation. Beim Liebeswahn  projizieren sie eine romantische, idealisierte Liebesbeziehung und Seelenverwandschaft in die auserwählte Person. Die allerdings weiß oftmals nichts davon. Sexuelle Wünsche sind oft zweitrangig. Zum Problem wird es allerdings, wenn der Betroffene es nach aussen kehrt und anfängt sich in das Leben des anderen hineinzudrängen. Das führt dann zum Stalking, aber damit beschäftigen sich andere Blogs.

Interessant fand ich, wie die Geschichte der Krankheit ist. Denn nicht immer wurde die Krankheit gesehen und meist wurde sie den Frauen zugesprochen. Frauen, die einen Schicksalsschlag erleiden mussten und sich einer unerfüllten Liebe hingaben. Sie wurden Opfer ihrer eigenen Gefühle. Aber auch der Masturbationswahn, wenn man den Frauen es im Gesicht ansah, dass sie onanierten, wurde als Merkmal einer unerwiderten Liebe angesehen und somit dem Liebeswahn zugeschrieben.

Liebeswahn ist die sehr freie Übersetzung des Wortes "Erotomanie". Dieser findet sich schon in der Antike und war entweder der Begriff für die "göttliche Liebe" oder abwertend auch als "unersättliche sexuelle Begierden".
Erst Anfang des 19. Jahrhunderts gab es große Fortschritte in der Forschung und der Liebeswahn wurde als psychische Krankheit anerkannt.

In dem Buch "Der Zorn des Lammes" von Johannes Groschupf ist es Milan, der sich eine Beziehung zu Jazz vorstellt. Er ist in dem festen Glauben, dass sie auch so empfindet und wird immer mehr zu ihrem Schatten. Wo Jazz ist, ist auch Milan. Nach aussen hin scheint er allerdings eher der schüchterne und freundliche junge Mann zu sein, aber in seinem Inneren brodelt es gewaltig. 

Es wird noch mehr Themen geben, die sich mit dem Buch befassen. 
Hier ist eine Liste der Blogs, die das Buch schon vorab gelesen, rezensiert und ein Thema erarbeitet haben:

1. April:
Themenbeitrag "Apokalypse" auf: http://melbuecherwurm.blogspot.de/

2. April:
Themenbeitrag "Stalking" auf: http://lesenundmehr.wordpress.com/

3. April:
Themenbeitrag "Milans Psychose" auf: http://manjasbuchregal.blogspot.de/

4. April:
Themenbeitrag auf: http://schlunzenbuecher.blogspot.de/ und http://chaosqueeninaction.wordpress.com/

5. April:
Themenbeitrag "Original Schauplätze" auf: http://chaosfabric.de/

6. April:
Themenbeitrag auf: http://www.bibilotta.de/ und http://www.schattenwege.net/

7. April:
Themenbeitrag auf: http://reading-books.de/ und http://dieseitenfluesterer-unserbuchblog.blogspot.de/

8. April:
Themenbeitrag auf: http://leseratte1969.blogspot.de/ und http://glutton-for-books.blogspot.de/








Kommentare :

  1. Hallo Mone, ich habe dich getaggt http://papierundtintenwelten.blogspot.de/2014/04/noch-ein-award.html Lg Petra

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  2. Haiha, und das kommt alles in dem Buch vor. Hätte nicht gedacht, dass dieser Liebeswahn eine Krankheit sein könnte/ist.

    Danke für Deine Info dazu, Mone.

    LG..Karin..

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  3. Toller Beitrag liebe Mone;) LG Petra

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  4. Vielen Dank für die tolle Einführung in das Thema. Ehrlich gesagt, ich bin beim Schreiben einfach vom "normalen" Verliebtsein ausgegangen, bei dem man sich ja auch in Sehnsüchte und Wünsche hineinsteigert. Aber wenn es zu einem Wahn eskaliert, gibt es natürlich echte Probleme...
    Liebe Grüße
    Johannes

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    1. Ich hatte das Interview gesehen, da bist Du ja kurz darauf eingegangen. Als ich das Buch allerdings gelesen habe, da habe ich echt gedacht, dass hat nicht mehr wirklich was mit Verliebtheit zu tun, wo sich Milan reingesteigert hat. Dafür war er dann schon zu krass. In Verbindung mit seinen anderen Problemen, eine tickende Zeitbombe. Spannend, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen dann sein können;)

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  5. Interessant... Man dachte, dass man den Frauen die Selbstbefriedigung ansehen kann? Ich halte das für unwahrscheinlich, aber jede Zeit hatte andere Erkenntnisse.

    @Simone: Ich denke es war nicht "Verliebtheit", sondern für ihn war es schon tiefe, krankhafte Liebe und damit einhergehendes Besitzdenken. Außerdem war er fest überzeugt, dass diese Liebe bedingungslos erwidert wird...

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    1. Ich halte es auch für unwahrscheinlich und wie es damals war, waren es ja die Männer oder die Kirche, die mit diesen Behauptungen ankamen. Männern wurde es ja eher "verziehen" oder sie waren verhext von der Frau. Wie man es dreht und wendet, es gab eine Zeit, da waren Frauen an vielem "Schuld"...Zum Glück sind die Zeiten dann doch wieder vorbei, wenigsten in den meisten Ländern...

      Da stimme ich Dir zu. Er war nicht mehr nur "verliebt". Es war eine Frage der Zeit, bis er explodiert. Er war, wie man so schön sagt, wahnsinnig gewesen.

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Wie die meisten Blogger, freue ich mich auch über liebe Kommentare und Feedbacks.

LG Mone