Samstag, 24. Mai 2014

[Rezension] Der gigantische Bart, der böse war von Stephen Collins (Graphic Novel)

240 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
978-3-85535-073-5
Hardcover: 29,99 Euro (D)
auch als eBook erhältlich:
978-3-03792-066-4
eBook: 23,99 Euro (D)


Inhalt:
Dave lebt ein sehr gewöhnliches und routiniertes Leben. Alles folgt dem gleichen Ablauf, jede Veränderung bringt die Angst mit sich. Er geht jeden Tag zur Arbeit, erstellt jeden Tag Graphiken, hört jeden Tag den gleichen Song...
Dave wohnt in einem kleinen Land mit dem Namen "Hier". Alles in "Hier" ist geordnet und eintönig. Aber es gibt auch noch etwas, was den Bewohnern von "Hier" Albträume bereitet, ihnen Angst macht. Es ist "Dort" und befindet sich hinter den Klippen. Es ist nicht zu begreifen, nicht zu fassen und wer "Dort" mal bereist hat, ist nie wieder zurückgekommen.
Doch eines Tages wächst Dave ein gigantischer Bart und erschüttert das Land "Hier" und Daves Leben gerät aus den Fugen...

Der Autor:
"Stephen Collins wurde 1980 im Süden Londons geboren. Für seine Cartoons und Illustrationen
wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Jonathan Cape / Observer Graphic Short Story Prize. Stephen Collins’ Comics erscheinen im Guardian Weekend und anderen internationalen Magazinen. Er lebt mit seiner Frau in Hertfordshire." (Quelle: Atrium Verlag)

Meine Meinung:
Erst ein mal gibt es ein großes "Wow" zu dem Buch. Als das Buch gestern zu mir ins Haus geflattert kam, war ich richtiggehend beeindruckt von der Aufmachung, der Größe und dem Gewicht des Buches. Ich hatte mir irgendwie keine Gedanken gemacht, was mich erwartet. 
Dann habe ich erstmal so ein wenig rumgeblättert und ein erneutes Staunen überkam mich. Es fühlt sich richtig gut an. Die Seiten sind stärker und ganz glatt, was zum rauen Schutzumschlag und dem Hardcover einen schönen haptischen Kontrast bildet.

Jetzt konnte ich mich aber nicht mehr zurücknehmen und ich musste es lesen. Die Geschichte ist sehr schön und ergreifend. Sie macht nachdenklich, lässt einen auch mal schlucken. Emotionen werden freigesetzt und all das wird mit Bleistiftzeichnungen, die teilweise die Worte übernehmen, untermalt.

"Hier" ist ein scheinbar perfekter Ort. Alles hat seine Ordnung und alles ist stark reglementiert. Das Leben folgt einem Rhythmus. Aber es gibt etwas, dass macht den Leuten die in "Hier" leben Angst. Es ist nicht greifbar und man weiß es auch nicht wirklich zu benennen. Es ist "Dort" und über "Dort" gibt es viel zu berichten, aber man weiß es doch nicht so genau.
Dave unterscheidet sich aber schon von Anfang an von den anderen Bewohnern von "Hier". Wenigstens war das meine Empfindung. Auch, wenn er integriert ist, die gleiche Ordnung, den gleichen starken Rhythmus hat, die gleichen Ängste zu bewältigen hat, hebt er sich ein wenig von seinen Mitmenschen ab.
Mit dem wachsen des Bartes kommt dann eine Veränderung und auch Bewegung in die Geschichte. Die Eintönigkeit, die erst herrschte und die "Hier" ausmacht, wird auf den Kopf gestellt.
 
Man kann in die Geschichte so einiges interpretieren und wenn man den Blick öffnet, wird man vielleicht das ein oder andere entdecken, was nicht sofort ersichtlich ist. Vielleicht kommt ein anderer Leser auf andere Gedanken. Es ist eine Geschichte, die so viele Möglichkeiten hergibt und man macht sich unweigerlich seine Gedanken, um Dave, die Leute von "Hier", was "Dort" ist. 
"Der gigantische Bart, der böse war" ist meine erste Graphic Novel und es ist definitiv schon mal das Buch-Highlight im Monat Mai. 
Fazit:
Ein gigantisches Buch mit einer gigantischen Geschichte. 
   

Kommentare :

  1. also der Titel hat mich jetzt doch neugierig gemacht. Ich glaube, dass muss man wirklich erst gelesen haben, um es zu begreifen, denn so richtig kann ich mir trotz deiner tollen Beschreibung nicht vorstellen, wie sich das Buch so entwickelt. Merke ich mir auf jeden Fall

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  2. Ja, man muss es selbst gelesen und geschaut haben, weil es auch viel Spielraum gibt, für eigene Interpretationen. Und ich mag dann halt auch nicht zu weit vorgreifen, hat ja nur 240 Seiten, dass man es sich dann denken kann, wie es ausgehen könnte. Weil dann brauch man es ja doch nicht mehr zu lesen.

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LG Mone