Sonntag, 24. August 2014

[Rezension] Die Lügen der Anderen von Mark Billingham

416 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
 ISBN-13: 978-3-85535-054-4
19,99 Euro (D)


Inhalt:
Durch einen Zufall lernen sich drei Paare in einem Hotel in Florida kennen. Aus der Urlaubsbekanntschaft wird nach außen mehr und sie scheinen sich angefreundet zu haben. Zurück in England laden sie sich nacheinander zum Dinner ein und lernen sich dabei besser kennen. Überschattet wird das Ganze von einem Mädchen, welches am letzten Tag ihrer Florida-Urlaubsreise vermisst und später in den Sümpfen tot aufgewunden wurde. Je mehr sie über sich erfahren und über den Fall sprechen, umso mehr wächst das Mißtrauen untereinander.
Wer lügt, wer sagt die Wahrheit und hat wirklich einer was mit dem toten Mädchen zu tun?
Der Autor:
 "Mark Billingham, 1961 in Birmingham geboren, ist einer der international erfolgreichsten englischen
Krimiautoren, seine Bücher erscheinen in über zwanzig Sprachen. Neben dem BCA-Award, dem Theakston’s Award für den besten Krimi des Jahres und Nominierungen für den Gold Dagger wurde Mark Billingham mit dem Sherlock Award für die beste Detektivfigur im britischen Kriminalroman ausgezeichnet. Mark Billingham lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Norden Londons und in Florida."
  (Quelle: Atrium Verlag)

 
Meine Meinung:
"Die Lügen der Anderen" gehört zu den Büchern, von denen ich eher auch mal Abstand nehme, wenn sie im Vorfeld zu hoch gelobt werden. Zwar reizte mich das Thema ziemlich, der Plot hört sich absolut vielversprechend an, aber auch 100000 Briten können sich irren.
Und am Anfang habe ich auch noch gedacht, dass sich die 100000 Briten geirrt haben. Nach dem ich die ersten Seiten gelesen hatte, war mir noch nicht klar gewesen, wohin mich das Buch führen wird. Zu verworren sind die Geschehnisse, die aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wurde. Doch es lohnt sich dran zu bleiben und man wird mit einem absolut genialem Buch belohnt. Denn nach ca 100 Seiten kam die Spannung und das Buch zog mich in seinen Bann. Doch es ist eine etwas andere Spannung. Vielleicht auch eher meine Neugier, die mich an das Buch fesselten. 
Die Paare waren mir alle erstmal überhaupt nicht sympathisch und das macht es mir immer ein wenig schwerer ein Buch gern zu haben. Sie zeigen deutlich zwei Seiten. Zwar blieben mir die meisten Personen weiterhin unsympathisch aber es kristalisierten sich einige heraus, die ich mochte.
Durch die unterschiedlichen Perspektiven merkt man als Leser sehr genau, dass der äussere Schein oft trügt. Man kann nie genau sagen, wer lügt. Vielleicht ist es ja doch die Wahrheit, die sie sagen? Der Autor lässt geschickte kleiner Happen einfließen, die die ganze Geschichte immer interessanter werden ließen. Hinzu kommen die Gedanken, die sich der Mörder gemacht hat.
 
Bis zum Schluß lebt das Buch von Überraschungen und Wendungen, die letztendlich auch die Spannung ausmachten. Und obwohl das Buch sehr verworren ist, man nie so genau weiß, woran man eigentlich ist, wurde nichts bei den Haaren herangezogen, um irgendwas zu erklären. Denn versteckt gab es die meisten Informationen schon vorher.
Den Schreibstil fand ich sehr angenehm vom Lesen her. Mark Billingham schaltet zwar ab und an mal eine Gangart rauf und das Ganze wird etwas härter, wie sich die Paare geben und miteinander umgehen, aber es passte irgendwie zu den Protagonisten und in den Situationen hätte ich es von ihnen nicht anders erwartet.
Wer einen Krimi mit Verfolgungsjagden, Schießereien und neurotischen Ermittlern lesen möchte, ist hier eher an der falschen Adresse. Denn die gibt es nicht. Es geht ums Lügen und wer besser vertuschen und schauspielern kann. Und dies wurde meiner Meinung nach richtig gut umgesetzt.
Fazit:
Ein Buch, welches sich langsam aufbaut und immer verworrenere Züge annimmt. Überraschungen und Wendungen, auf die der Leser nicht gefasst ist, sorgten für Spannung bis zur letzten Seite.  
       

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LG Mone