Sonntag, 28. September 2014

[Rezension] Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe von Brian Conaghan

352 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
978-3-7160-2713-4
19,99 Euro (D)

Inhalt:
Dylan Mint ist ein 16 jähriger Junge und er hat das Tourette-Syndrom. Das findet er schon total unfair, doch dann erfährt er, dass er in 6 Monaten sterben soll. Also macht er sich eine Liste mit Dingen, die er unbedingt noch erledigen möchte, bevor er von der Welt geht. 
1. Mit Michelle Malloy schlafen, dem heißesten Girl auf der Drumhill- Schule.

2. Seinem besten Kumpel Amir einen neuen besten Kumpel besorgen. Sein bester Kumpel braucht einen neuen "Beschützer". Ohne Dylan ist er den Beleidigungen der anderen ausgesetzt. Etwas was Dylan überhaupt nicht mag, ist Rassismus. Da reißt sich Mr. Dog, wie er seine Krankheit nennt, von der Leine und sieht rot.

3. Seinen Vater nach Hause holen.
Denn Dylan glaubt, sein Vater wäre in Afghanistan als Soldat.
Und dann ist da noch seine Mum. Die heult ständig und mit ihm über seinen Tod reden, mag sie auch nicht. Das ist für ihn ziemlich komisch.
Der Autor:
"Brian Conaghan , geboren 1971, wuchs in der schottischen Stadt Coatbridge auf. Er studierte kreatives Schreiben an der Universität von Glasgow und verdiente sein Geld als Maler und Dekorateur, Barmann, DJ, Schauspieler, Lehrer und nun auch als Schriftsteller. Er lebt mit seiner Frau Orla
und seiner Tochter Rosie in Dublin. Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe ist sein zweiter Roman. "
  (Quelle: Arche Verlag)
Das Cover:
Dieses Cover finde ich ja mal absolut gelungen. Dieser wütende Hund in Comiczeichnung mit der riesen roten Sprechblase. Aber dies allein ist für mich nicht so der Hingucker. An dem ewig langen Titel bleibt man hängen. Die Farben sind in natura noch viel schöner, als hier auf dem Bild. Schaut es euch an!

Erster Satz:

 "Als ich es erfuhr, habe ich als Erstes nach Hundert Dinge die man tun sollte bevor man stirbt gegoogelt." (Seite 7) 

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich absolut von den Socken gehauen und ich versuche meine Begeisterung mal in Worte zu fassen. Denn die fehlen mir irgendwie ein wenig.

Schon von der ersten Seite hat Dylan Mint mich gepackt. Er erzählt seine Geschichte und Brian Conaghan hat einen Jugendlichen hervorgezaubert, der genauso in der Nachbarschaft wohnen könnte. Absolut natürlich und das brachte mir die Geschichte dann näher. 

Ich fand Dylan Mint einfach klasse. Seine Umgang mit der Krankheit, brachte mir die Krankheit ein Stück näher. Über das Tourette habe ich schon öfters etwas gelesen, auch mal im TV gesehen, wie sich Betroffene fühlen, doch meist waren das Erwachsene. Hier hat man einen pubertierenden Jugendlichen, der seiner Krankheit einen Namen gibt und mit ihr Leben muss. Die Gewissheit, dass er auch bald sterben soll, lassen die "normalen" Probleme, mit denen sich Pubertierende rumschlagen, dennoch nicht verbannen.

Mit einem einfachen Schreibstil ist das Buch schnell gelesen. Man rauscht durch Dylan Mints Leben und gegen Ende gibt es jede Menge Überraschungen. Und, obwohl es ein wirklich einfacher Schreibstil ist, verbergen sich an manchen Stellen wahre Wortschätze. Wie Dylan Mint Sachen erklärt, da ging mir eine Stelle besonders unter die Haut.

"...da mischten sich meine Tränen mit ihren und flossen zusammen
über unsere Wangen, so wie Beste-Kumpel-Tränen, die Händchen halten, bis ganz unters Kinn." (Seite 321)

Und man begegnet schon vorher solche Stellen. Dylan Mint macht sich haufenweise Gedanken, manchen konnte ich nicht immer ganz folgen. Er beobachtet seine Umwelt sehr genau und der Leser erhält trotz Ich-Perspektive einen schönen Blick auf alle Geschehnisse.

Durch sein Tourette kommt es bei Dylan auch zu verbalen Äußerungen, die oft unter die Gürtellinie gehen. Das sollte man als Leser bedenken und immer im Hinterkopf halten, dass es eine Krankheit ist. Aber auch sonst ist er nicht auf den Mund oder den Kopf gefallen und das schätze ich sehr, er weiß Recht und Unrecht zu trennen.

Fazit:

Dylan Mint hat mit Mr Dog mein Herz erobert. Es ist mein Highlight im September und ich empfehle es sehr gerne weiter. 

 

     
   

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LG Mone