Dienstag, 21. Oktober 2014

[Rezension] Der Hexenschöffe von Petra Schier

rororo
978-3-499-26800-7
9,99 Euro (D)
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Rowohlt Bücher 



Klappentext:

"Eine wahre Geschichte aus dunkler Zeit.

Anno 1636 ist ganz Deutschland vom Hexenwahn ergriffen. Schon einige Jahre zuvor traf es auch das beschauliche Rheinbach – eine Zeit, an die sich keiner gern erinnert. Und nun hat der Kurfürst den Hexencommissarius erneut in die Stadt beordert.
Hermann Löher, Kaufmann und jüngster Schöffe am Rheinbacher Gericht, hat Angst um Frau und Kinder. Sein Weib Kunigunde gehört zur «versengten Art»: Angehörige ihrer Familie wurden damals dem Feuer überantwortet. Löher glaubt nicht an Hexerei und an die Schuld derer, die vor Jahren den Flammen zum Opfer fielen. Eine gefährliche Einstellung in diesen Zeiten.
Als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt der Schöffe nicht länger. Und schon bald beginnt für ihn und seine Frau ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind als das, was man den Hexen vorwirft ..."
(Quelle: Rowohlt Bücher)

Die Autorin:

"Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet mittlerweile als freie Lektorin und Autorin. Schon in ihren ersten beiden Romanen «Tod im Beginenhaus» und «Mord im Dirnenhaus» löste die Apothekerin Adelina mit Scharfsinn und Dickköpfigkeit Kriminalfälle im mittelalterlichen Köln." (Quelle: Rowohlt Bücher)

Der erste Satz:

"Das Licht der Öllampe flackerte, als Hermann Löher sie auf dem Schreibpult abstellte." (Seite 9)

Meine Meinung:

Petra Schier ist durch viele historische Romane bekannt, in denen sie schon immer ein Stück weit reale Begebenheiten aus längst vergangenen Zeiten verflochten hat. Doch nun hat sie ein Buch geschrieben, dass so ganz anders ist, aber dennoch spürt man ein Stück Petra Schier beim lesen.

Mit einer großen Leidenschaft erzählt sie die Geschichte von Hermann Löher und es ist diesmal eine wahre Geschichte.

Bücher in denen es um Hexenverfolgung, Hexenverbrennung geht gibt es viele. Bei manchen wird eine Hexenverbrennung genommen um Spannung aufzubauen, manche erzählen die Geschichte von Persönlichkeiten, die der Verfolgung ausgeliefert waren. Doch nicht jeder Autor schafft es dann, eine Geschichte zu erzählen. Petra Schier jedoch lässt Hermann Löher nochmals lebendig werden und erzählt, wie sein Leben als Schöffe in Rheinbach war, in einer Zeit, in der die Hexenkommissare vor fast nichts halt gemacht haben.

Hermann Löher (1595-1678) war ab 1631 Schöffe in Rheinbach und hat das erste Brennen schon mit gemacht. Durch die traumatischen Erlebnisse bei der Befragung der Angeklagten, leidet er auch später noch an Albträume und macht sich Vorwürfe, die Unschuldigen nicht gerettet zu haben. Als 1636 der Hexenkommissar Dr. Jan Mölden in Rheinbach eintrifft, hat er schon das ungute Gefühl, dass ein erneutes Brennen bevorsteht. Und er sollte Recht behalten. Aber auch hier kann er es nicht verhindern, dass es zur anklage kommt und ihm sind die Hände gebunden, denn ein Wort zu viel und er bringt nicht nur sich, sondern auch seine Familie in Gefahr.

Dr. Jan Mölden ist, wie die meisten Hexenkommissare seiner Zeit, auf Geld aus. Für jede verurteilte Hexe gibt es ein schönes Kopfgeld und auch von dem Besitz fließt das ein oder andere Geldstück in sein immer leeres Säckle. Mit einer Besessenheit, die man beim lesen spürt, verfolgt er seinen Plan, möglichst viele reiche Leute anzuklagen. Er dreht und wendet seine Fälle so, dass sie für ihn passen.

Die weiteren Protagonisten in "Der Hexenschöffe" hat Petra Schier perfekt in Szene gesetzt und somit ein rundes Bild geschaffen und die Atmosphäre in Rheinbach super aufgefangen. 

Wenn es um das Thema Hexenverfolgung geht, dann geht es auch um Folter und, je nachdem wieviel Fantasie der Leser hat, um "Besuche" in der Peinkammer. Das muss man sich als potentieller Leser dieses Romans vor Augen führen, denn die Henker sind nicht zimperlich mit den Angeklagten umgegangen. Zwar beschränkt Petra Schier die Szenen auf das Nötigste, aber mir hat es doch die ein oder andere Beklemmung herbeigerufen. Für ganz schwache Nerven ist dies sicher nichts.

Doch trotz der dunklen Geschichte gibt es auch ein paar schöne Momente in dem Buch, in denen sie vom Brauchtum und der Liebe erzählt. So was ist ein schöner Ausgleich zu dem schweren Thema.

Sehr lesenswert sind auch das Nachwort und die Geschichte über das Mailehen, welches in "Der Hexenschöffe" vorkommt. Das hat das Buch nochmals schön abgerundet und doch noch die ein oder andere Information bereit gehalten.

Fazit:

Petra Schier hat einen dunklen Teil der Geschichte von Rheinbach aufleben lassen. Ein Buch, welches ich jedem, der sich für historische Romane begeistert, nur empfehlen kann. 


       

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