Dienstag, 14. Oktober 2014

[Rezension] In deinem Licht und Schatten von Louisa Reid

FJB
320 Seiten, gebunden
978-3-8414-2152-4
16,99 Euro

Inhalt:

Rebecca und ihre Zwillingsschwester haben nicht viel gemeinsam. Während Hephzi wunderschön ist, ist Rebecca hässlich. Doch sie haben eine Gemeinsamkeit. Ein Elternhaus in dem Kälte und Gewalt an der Tagesordnung sind. Oft spielen die Mädchen ein Unsichtbarkeitsspiel und verstecken sich vorm Vater. Sie schützen sich gegenseitig, doch dann kommt eine die Chance zum Ausbruch aus dem Haus und lässt die andere im Stich.

Die Autorin:

"Louisa Reid sagt über sich selbst, dass ›In deinem Licht und Schatten‹ schon lange in ihr herumgegeistert ist, bevor sie den Roman endlich zu Papier brachte. Sie ist glückliche Mutter von zwei Töchtern, die sie jeden Tag zum Lachen bringen. Louisa Reid lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Cambridge." (Quelle: Fischer Verlage) 

Der erste Satz:

"Sie haben mich gezwungen, heute zur Beerdigung meiner Schwester zu gehen." (Seite 7)

Meine Meinung:

Es ist eines dieser Bücher, die mir lange in Erinnerung bleiben werden. Von der Geschichte und auch von dem Schreibstil. 
Es ist ein dunkles Buch und gerade am Anfang ist wenig Licht in der Geschichte. Ich habe oft eine verschwommene Sicht gehabt, weil mir diese Geschichte sehr nahe ging und ich die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte

Rebecca und Hephizibah, ein hebräischer Name dessen Übersetzung "Die, auf der mein Gefallen liegt" in dem Buch eine ganz tragische Bedeutung hat, sind Zwillingsschwestern.

Rebecca wurde mit dem Treacher- Collins- Syndrom geboren, einem Gendefekt, der zur Deformierungen des Gesicht und Schwerhörigkeit führt. Sie ist häufig der Prügelknabe ihres religiös-fanatischen Vater, ein Pfarrer, der nach aussen hin charismatisch auftritt, doch zu Hause mit Gewalt regiert.

"In der Kirche war mein Vater ein Mann Gottes, in seiner Gemeinde ein Vorbild an Tugendhaftigkeit und im Pfarrhaus war ich das Böse, weil ich gezeichnet war." (Rebecca, Seite 107)

Hephzi ist die Schöne. Sie schafft es, trotz der Strenge und Lieblosigkeit der Eltern, mit ihrem Liebreiz oft ihren Willen durchzusetzen. So schafft sie es auch, dass die Schwestern auf die Schule gehen können, denn bis zu ihrem 16. Lebensjahr sind sie von der Mutter im Pfarrhaus unterrichtet worden. Der Vater hält nicht viel davon, dass Mädchen zur Schule gehen. In der Schule verliebt sie sich in einen Mitschüler und dies scheint ihre Chance, endlich aus dem Hause auszubrechen. 
Die Geschichte wird einmal aus Rebeccas Sicht geschrieben, wo sie die Zeit nach der Beerdigung ihrer Schwester erzählt und dann gibt es noch die Erzählung von Hephzi, die ihre Geschichte vor dem Tode wiedergibt.

Es ist eine Geschichte die am Anfang mehr aus Schatten als aus Licht besteht. Man spürt das es ein tragisches Geheimnis gibt und auch wenn man vieles vorhersieht und sich wappnet, kann man sich vor den Ausbrüchen des Vaters nicht schützen.

"Ich wusste, dass er mich zerbrechen wollte, damit ich immer und ewig hierbleiben würde, als seine Sklavin und sein Prügelknabe. Ich will nicht. Ich will nicht." (Rebecca, Seite 200)

Die Mädchen verlieren nicht die Hoffnung, denn das wäre das Einzige, was sie noch Verlieren können. 

Der Schreibstil war wunderbar und einnehmend. Es ist eines der Bücher, die mich nicht so schnell loslassen werden und zu denen ich immer mal wieder gedanklich zurückschweifen werde. Das Buch löste viele Emotionen bei mir während des Lesens aus.

Fazit:

Ein Buch, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Eine absolute Leseempfehlung.

 

  

1 Kommentar :

  1. Klingt sehr interessant!
    Das Cover ist auch echt schön :)

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LG Mone