Freitag, 17. April 2015

[Rezension] Das Mädchen, das rückwärts ging von Kate Hamer

416 Seiten, broschiert
Originaltitel: The Girl in the Red Coat
978-3-7160-2724-0
16,99 Euro (D)


Inhalt:

Im dichten Nebel verschwindet die achtjährige Carmel spurlos. Niemand hat sie gesehen. Carmels Mutter Beth gibt sich die Schuld. Stellt sich die Frage, ob sie nicht genug auf Carmel geachtet hat. Carmel, ihr einziges Kind. Ein Kind, welches besonders ist. Denn Carmel ist anders, als achtjährige Mädchen. Sie wirkt reifer, ist oft verträumt, sie ist sensibel. Beth macht sich selbst auf die Suche und reist in die gemeinsame Vergangenheit. Stöbert jede Kleinigkeit auf.

Meine Meinung:

"Das Mädchen, das rückwärts ging" ist für mich ein ganz besonderes Buch. Von der ersten Seite an, war ich gefangen von der Geschichte und mir ging sie oft sehr, sehr nahe.

Beth, die seit kurzem von ihrem Mann Paul getrennt lebt, möchte mit Carmel etwas besonderes erleben. Sie besuchen ein Geschichtenfestival und als der Nebel kommt, die Besucher hektisch in Zelten verschwinden, verliert sie Carmel. Trotz der intensive Suche, bleibt Carmel wie vom Erdboden verschluckt. Beth plagt sich mit Schuldgefühlen, ob sie nicht genug aufgepasst hat. Sie wusste, dass Carmel besonders ist und hatte schon eine Begebenheit mit ihr gehabt, die sie in Angst und Schrecken versetzte. Zu den Schuldgefühlen kommt die Ruhelosigkeit. Sie sucht nach ihrer Tochter, sucht nach jedem noch so kleinen Hinweis.

Auf der anderen Seite gibt es Carmels Geschichte. Sie macht eine sehr ungewöhnliche Reise. Oft wechselt sie die Orte, trifft auf viele Leute. Sie lässt sich nicht unterkriegen und bleibt Carmel. Ein besonderes Kind, mit eigenem Kopf und auch Durchsetzungsvermögen.

Die abwechselnden Perspektiven auf die Geschichte, lassen das Buch noch mehr in die Tiefe gehen. Die Emotionen und Gefühle, die dort beschrieben werden, gingen nicht spurlos an mir vorbei. Diese Beziehung von Mutter und Tochter ist so gut eingefangen.

Bei den Erzählungen von der Mutter stehen immer die Tage und dann Jahre, die Carmel nun verschwunden ist. So hat man ein kleines Gefühl für die Zeit, die vergangen ist.

Allerdings hat das Buch auch seine Längen, gerade so um die Mitte herum. Da fiel es mir schwer, bei der Sache zu bleiben. Und dann war es plötzliche vorbei. Beim Ende fehlte mir etwas. Das kam so abrupt. 

Aber es ist ein absolut lesenswertes Buch, welches ich nur empfehlen kann.

Fazit:

Ein besonderer Roman, der mit viel Gefühl geschrieben wurde. 

  
 

Kommentare :

  1. Da hast du recht. Das Buch ist absolut lesenswert.
    Es hat mich von Anfang an gefesselt. Es dauert auch eine ganze Zeit bis der Leser weiß was mit dem Kind passiert ist. Also echt spannend.
    Liebe Grüße

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  2. Dieses Buch zu lesen war auch für mich angenehm, jedoch war der Roman auch mit einigen Schwächen versehen, die deutlich rausstachen. Viele Fragen blieben unbeantwortet, dramaturgisch gab es Längen. Dafür war der emotionale Pegel wirklich sehr gut ausgebaut und es beahandelte dieses sensible Thema sehr schön und mitfühlend.

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LG Mone