Donnerstag, 26. November 2015

[Rezension] Eine Art Paradies von Ralph Dohrmann

352 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
978-3-7160-2726-4
22,99 Euro (D)
 






Inhalt:

Walter lebt nach dem Freitod seiner geliebten Frau sehr zurück gezogen am Ende einer Siedlung. Ohne Fernseher, Computer, Internet, Telefon oder Handy lebt er sein Leben. Am liebsten geht er spazieren oder sitzt unter einer alten Pappel. Den einzigen Kontakt zum Weltgeschehen hat er, wenn er zum Frisör geht. 
Am Geburtstag seiner verstorbenen Frau trifft er sich mit Freunden aus der alten Zeit. Auf dem Weg dort hin trifft er auf eine Frau, die ihm praktisch vor die Füße fällt. Er hilft ihr auf, sie gehen ein Stück zusammen und verabschieden sich. Diese Frau geht Walter nicht mehr aus dem Kopf und so langsam verändert sich sein Leben, als er anfängt sie zu suchen.

Meine Meinung:

"Eine Art Paradies" von Ralph Dohrmann hat mich auf vieler Weise berührt und auch nachdenklich werden lassen. Walter, der durch den Verzicht von Handy, Computer und Dauerberieselung des TV-Gerätes oder Radio ein Leben führt, lässt einen ein wenig innehalten und seinen eigenen Gebrauch dieser Geräte überdenken. Aber dieses Buch zeigt auch, wie schnell man dieser Verführung erliegt. Denn auf der Suche nach dieser Frau krempelt Walter sein Leben um. Er verliert den Bezug zur Natur, die ihm bis jetzt immer gezeigt hat, welches Zeit es ist. Er verlernt, auf sie zu hören, bzw fällt es ihm immer schwerer.

Aber nicht nur die Entschleunigung des Alltags ist ein Thema in dem Buch. Es ist so viel mehr. Man bekommt einen Krimi geboten, Drogen sind ein Thema und auch Fracking findet seinen Platz in diesem Buch.
Das Verhältnis der Menschen untereinander, denn Walter stößt mit seiner Lebensart häufig auf Unverständnis, besonders bei seinen Nachbarn. Die ihn nicht verstehen können, ihn für sonderbar halten.

Es ist ein Buch, welches Ruhe braucht zum Lesen, welches man nicht in einem Rutsch, wie ich finde, durchlesen kann. Es steht so vieles zwischen den Zeilen. Die einzigen Probleme die ich hatte, waren die fehlenden Anführungszeichen, die einem die wörtliche Rede anzeigten. Zwar war mir von der Satzstellung und dem Gesagten klar, wer da spricht, allerdings entging es mir im ersten Moment, dass ein Dialog statt gefunden hat. 

Fazit:

Ein Buch, welches mich nachdenklich gemacht hat und sein eigenes Verhalten reflektieren lässt. Bestimmt kein Buch für jeden, mir hat es sehr gut gefallen.
 

   


Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Wie die meisten Blogger, freue ich mich auch über liebe Kommentare und Feedbacks.

LG Mone