Montag, 8. Februar 2016

[Rezension] Das Nest von Kenneth Oppel

224 Seiten, Hardcover
Einband und Illustrationen von Jon Klassen
Originaltitel: The Nest
Aus dem Amerikanischen von Jessika Komina und Sandra Knuffinke
978-3-7915-0005-8
12,99 Euro (D)

"Als ich sie zum ersten Mal sah, hielt ich sie für Engel. Was hätten sie auch sonst sein sollen, mit diese bleichen, durchscheinenden Flügel, der sonderbaren Musik, die von ihnen ausging, und dem hellen Licht, das sie umgab?" (Seite 9)
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Als ich zum ersten Mal von "Das Nest" hörte, war mir nicht so wirklich klar, was mich erwarten würde. Der Klappentext verriet zwar ein wenig was, aber ich konnte es mir nicht vorstellen. Doch dann habe ich angefangen es zu lesen. Mit jeder Seite tauchte ich tiefer in dieses Buch ein.
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Steve erzählt uns seine Geschichte, die wirr, aber auch spannend und teilweise richtig gruselig ist. Seit kurzem ist ein neues Baby in der Familie, zu dem Steve zwar im Inneren eine Bindung hat, aber diese nicht so zeigt. Er ist noch sehr distanziert mit dem Baby, nennt es nicht bei seinem Namen. Denn das Baby ist krank, keiner weiß, was es hat und alle spekulieren. 
Steve beginnt zu träumen und Realität und Träume vermischen sich. Denn im Traum redet er mit einer Wespenkönigin und in der Realität entdecken sie ein Wespennest am Haus. Der Traum hat mir den ein oder anderen Schauer über den Rücken gejagt. Dieses kleine "Ja", welches Steve der Wespenkönigin gibt, hat so weitreichende folgen, wo man sich in der Realität auch nicht immer so die Gedanken macht. Und Steve macht sich im Laufe des Buches immer mehr Gedanken, über sich und über das Baby.
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"Niemand ist perfekt", sagte ich, aber plötzlich war ich mir da nicht mehr so sicher. (...) "Da liegst du nur leider falsch. Diese Denkweise ist veraltet." (Seite 156)
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Als Leser bekommt man deutlich den Zwiespalt in dem Steve steckt zu spüren. Einerseits das Helfen wollen und einen Bruder zu haben, der gesund ist, aber auf der anderen Seite möchte er sein Leben von seinen Träumen nicht bestimmen lassen. Bis irgendwann sich alles wendet. 
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Das Buch wird für Kinder ab 11 Jahren empfohlen, aber es ist definitiv kein Kinderbuch. Die Thematik ist dafür zu komplex und viele Sachen würden nicht verstanden werden, da sie zwischen den Zeilen stehen. Ausserdem ist der Horror und die Vermischung von Traum und Realiät so gut gelungen, dass sie wirklich Angst machen kann. Dazu tragen die Illustrationen von Jon Klassen und die sehr bildhaft Schreibweise bei. Die sind sehr düster und manchmal nur schemenhaft gestaltet. Für Jugendliche und junge Erwachsene ist dieses Buch eher geeignet.  
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"Das Nest" ist ein gelungener Roman, der nicht nur Horror in einer feinen Art und Weise besitzt, sondern auch sehr in die Tiefe geht. 
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"Und so was wie normal gibt es sowieso nicht" sagte ich. (Seite 215)
 

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LG Mone