Mittwoch, 17. Februar 2016

[Rezension] Der Hut des Präsidenten von Antoine Laurain

240 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Originaltitel: Le chapeau de Mitterrand
Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
Atlantik Bücher erscheinen im Hoffmann und Campe Verlag
978-3-455-65022-8
20,00 Euro (D)



Man stelle sich mal vor, dass man in einer schönen Brasserie in Paris sitzt, eine große Meeresfrüchteplatte mit einer guten Flasche Wein genießt und auf einmal setzt sich eine Gruppe Männer an den Nebentisch. Einer davon ist der mächtigste Mann Frankreichs. In diesem Fall Mitterrand, denn es ist das Jahr 1986. Man ist total gebannt von dieser Situation und als der Abend sich zu Ende neigt, der Präsident das Lokal verlässt, bemerkt man, dass dieser seinen Hut vergessen hat.

Mit dieser Situation, die Daniel passiert ist, beginnt die Geschichte und der Hut ist der rote Faden, der tragende Gegenstand. Es ist ein ganz besonderer Hut, der sich auf die Reise gemacht hat und seine Besitzer verändern sich. Von der ersten Seite an, geht ein Zauber aus diesem Buch hervor, den man kaum beschreiben und dem man nicht entkommen kann. Man wird an das Buch gefesselt, lernt Menschen und ihre Situationen kennen und wie der Hut seine "Macht" bei diesen entfesselt. 

"Die wichtigen Ereignisse unseres Lebens sind immer die Folge einer Verkettung winziger Details." (Seite 28)

Es sind die kleinen Anstöße, die zur Veränderung führen. Eine kleine Begebenheit, ein Gedanke, ein letzter Schritt in die richtige Richtung und der Stein kommt zum Rollen. 

Antoine Laurain beschreibt die Situationen und seine Protagonisten so natürlich. Seine Geschichte sprüht vor Charme, manchmal ist sie Witzig und manchmal macht sie auch nachdenklich. Ich konnte mir immer alles so gut vorstellen, wie ein kleiner Film, der im Kopf abläuft.

Der Schreibstil ist so angenehm, leicht und locker. Und es gibt immer wieder kleine Passagen, wo man die Protagonisten wieder trifft und sieht, was aus ihnen geworden ist. So bleibt die Bindung bestehen und es wirkt nicht abgehakt. Und am Ende schließt sich der Kreis, hält eine Überraschung bereit und ließ mich zufrieden ein wunderbares Buch zu klappen, wo alles gestimmt hat.

"Der Hut des Präsidenten" von Antoine Laurain ist ein kleines Schmankerl aus Frankreich, welches ich sehr genossen habe.

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LG Mone