Dienstag, 29. März 2016

[Rezension] Mein Leben in Häusern von Margaret Forster


224 Seiten, mit Schutzumschlag
Aus dem Englischen von Susanne Höbel
Originaltitel: "My Life in Houses"
978-3-7160-2736-3
19,99 Euro (D)
 
 

"Ich fing an, unser Haus so zu behandeln, wie viele Teenager es tun - als einen Ort, wo man baden konnte und ein gutes Essen bekam, [...] Ein Haus war ein Ort der materiellen Bequemlichkeiten, und das allein zählte."(Seite 53)

Ich bin eigentlich nicht so mit den riesigen Erwartungen an dieses Buch heran gegangen. Irgendwie konnte ich mir auch nicht so recht vorstellen, was mich erwarten würde. Die Autorin ist mir schon bekannt gewesen und es waren das Cover und auch der Titel, die mich zu diesem Buch hingezogen haben. 

Margaret Forster beschreibt ihr Leben, aber auf eine so ganz andere Art, so wie es eigentlich noch keiner vor ihr getan hat. Sie beschreibt die Häuser in denen sie gelebt hat. Dabei ist sie entweder Feuer und Flamme und voller Liebe oder sie hasst sie regelrecht. Dies wird besonders in ihrer Kindheit deutlich, wo sie sich auch für ihr Heim schämt und sich ausmalt, wie es wäre, in einem anderen, besseren Haus zu leben.

"Aber so lebte ich mein Leben, in Fantasievorstellungen und Tagträumen. Die ganze Zeit. Das Haus, in dem ich wohnte, versuchte ständig, mich in der Wirklichkeit festzunageln, aber ich wehrte mich und entschwebte." (Seite 30)
 
Die Häuser in denen sie lebte, beschreibt Margaret Forster mit vielen Details. Man geht mit ihr durch die Räume, lernt Mitbewohner kennen und kann sich alles sehr gut vorstellen. Es macht zeitweise viel Spaß durch diese Häuser zu gehen, doch es gibt auch Zeiten, wo es mir einfach zu viel war. Dann brauchte ich auch eine Pause von dem Buch, weil das Verhältnis der Autorin zu den Häusern doch sehr speziell ist. So habe ich noch nie mein zu Hause gesehen. Vor jedem neuen zu Hause gibt es eine kleine Zeichnung des Hauses in schwarz-weiß, welche doch immer sehr treffend sind und man eine Vorstellung bekommt, wie es von außen ausschaut.

"Mein Leben in Häusern" ist eine sehr spezielle Biographie, die auf der einen Seite viel Spaß bringt und einen anderen Blick auf sein zu Hause gibt, aber auf der anderen Seite ist es auch schon ungewöhnlich, über solch intensive Beziehungen zu seinen Heimstätten zu lesen. 

Ich finde, man kann dieses Buch schlecht bewerten. Wer Spannung braucht wird hier mit dem Buch nicht glücklich werden. Man begibt sich auf eine Reise durch verschiedene Häuser, spürt den Reiz den ein Haus ausübt oder auch die Antipathie. Der Schreibstil ist passend zu dem Buch, ohne viel Aufregung und in einer sehr schönen erzählenden Form. Ab und zu ist es ein Buch zum Schmunzeln, ab und zu entweicht auch eine Träne dem Augenwinkel.

Mit Margaret Forster bin ich durch viele Häuser gereist, habe die Vorzüge kennengelernt und mich ihrer Fantasie versucht hinzugeben. Und für mich steht fest, mein zu Hause ist dort, wo ich mich wohlfühle und das habe ich gefunden. Ganz ohne Umwege.



     

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LG Mone