Sonntag, 3. April 2016

[Rezension] Die Stimme meines Herzens von Jody Hedlund

336 Seiten, Paperback
Originaltitel: Rebellious Heart
Übersetzung von Silvia Lutz
 978-3-86827-561-2
14,95 Euro (D)

>"Der äußere Schein trügt oft, Liebes. Du hast nur auf die Äußerlichkeiten geachtet. Es wird höchste Zeit, dass Du tiefer blickst und das erkennst, was wirklich zählt."< (Seite 246, Die Stimme meines Herzens)
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Es ist schon etwas länger her, dass ich ein Buch aus dem francke Verlag gelesen habe, doch dieser Roman hat mich irgendwie gereizt und ich war sehr froh gewesen, Teil der Leserunde auf LovelyBooks sein zu dürfen.
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Die junge Susanna wächst als Tochter eines wohlhabenden Pfarrers auf und hilft ihrer Mutter bei der Gemeindearbeit, wo sie sich um bedürftige Frauen kümmert. Susanna gibt den Mädchen dieser Frauen die Möglichkeit, in ihrer Schule zu lernen. Doch sie selbst möchte mehr haben. Ihr Verstand sehnt sich nach Bildung, diese blieb ihr verwehrt und sie sehnt sich nach Gesprächspartner, die sie fordern. Als sie nach Jahren wieder auf Benjamin trifft, der nun Anwalt ist, findet sie genau den Mann, der sie herausfordert. Doch Benjamins Ansichten sind gefährlich, er unterstützt die Kolonisten und ist gegen den König. 
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Jody Hedlund war mir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt gewesen und mir hat ihre Art, die Geschichte zu erzählen, sehr gefallen. Man taucht sofort in die britische Kolonie ein, ist im Jahr 1763 gelandet. Das Buch beginnt mit einer Gerichtsverhandlung und zeigt erst einmal die grausame Seite dieser Jahre und dies ohne es zu beschönigen.  Ziemlich schnell wird man mit den heimlichen Aktivitäten von Benjamin bekannt gemacht und bekommt durch Ansätze mit, was er vom König hält. Immer wieder bekommt man Einblicke in diese Zeit und die machen das Buch auch sehr spannend.
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>"Ich könnte nie jemanden heiraten, der gesellschaftlich unter mir steht. Das würde meine Mutter niemals erlauben." Vielleicht hatte sich Susanna Smith im Laufe der Jahre verändert.< (Seite 102, Die Stimme meines Herzens)
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Was wäre das Buch ohne eine Liebesgeschichte? Irgendwie darf diese nicht fehlen und auch sie zeigt, dass man damals eher in der gleichen Gesellschaftsschicht geheiratet hat. Besonders Susannas Mutter ist geneigt dazu, dass ihre Töchter nicht unter ihrem Stand heiraten. Ihre Erziehung ist darauf ausgelegt gewesen, den bestmöglichen Mann für ihre Töchter zu bekommen. Das führt zu Spannungen zwischen der Mutter und Susanna, denn Susanna sieht es anders.
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Die Protagonisten sind alle wunderbar gestaltet. Sie entwickeln sich im Laufe des Buches weiter, stehen zu ihren Aktionen, denken über ihr Verhalten nach. Es ist ihre Überzeugung das Richtige zu tun die zu jederzeit spürbar ist. Und hinzu kommt ihr Glaube zu Gott und die Kraft, die sie aus Gebeten schöpfen. Allerdings geht der christliche Bezug im Laufe der spannenden Ereignisse verloren und es gibt nur eine kurze Erklärung am Rande durch Susanna.
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Das Buch ist spannend und mit vielen historischen Begebenheiten gespickt. Zwischenzeitlich gibt es allerdings einige Wiederholungen, die die Spannung ein wenig mindern und auch das Ende kam mir zu schnell und die Lösung sah zu einfach aus. Da hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht.
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Es gibt auch ein Nachwort von der Autorin, welches man auf jeden Fall lesen sollte. Es bietet noch einmal ein paar überraschende Details.
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"Die Stimme meines Herzens" ist eine wunderbare und spannende Geschichte, die einen in eine andere Zeit mitnimmt. Die Protagonisten sind wunderbar gestaltet und lebendig. So macht Lesen Spaß. 
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Vielen Dank an den Verlag, für die Bereitstellung des Exemplares.
 
 

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LG Mone