Montag, 6. Juni 2016

[Rezension] Die Rache des Inquisitors von Alexander Hartung


Historischer Kriminalroman
320 Seiten, Taschenbuch
978-3865062956
10,95 Euro (D)
 
 
 

Diese Rezension fällt mir echt nicht leicht. Auch wenn mir das Buch gefallen hat, habe ich einige Kritikpunkte gesammelt. 

"Es hatte keinen Sinn, sich über die Anwesenheit der Dominikaner Sorgen zu machen. Sicher war alles nur ein Missverständnis, aber die Furcht, die ihn seit der Ankunft der Inquisitoren erfasst hatte, ließ ihn noch immer zittern." (Seite 24, Die Rache des Inquisitors)
 
In dem kleinen Dorf Reheim hält die Inquisition Einzug und schon bald regiert die Angst unter den Bewohnern. Jeder ist verdächtig ein Ketzer zu sein und mit dem Teufel im Bund zu stecken. Man kann sich nicht mehr sicher sein. War der Nachbar gestern noch Freund, könnte er heute schon Feind sein. Der Dominikanerpriester Blaselius und sein Gehilfe Thomas verstehen ihr Handwerk und verbreiten Angst und Schrecken. Einzig Klara möchte, nachdem sie ihre Freundin und Kräuterfrau Agnes auf dem Scheiterhaufen verloren hat, dem Treiben der Inquisitoren ein Ende bereiten. Dabei begibt sie sich in große Gefahr.

"Es dauerte nur wenige Stunden, bis die Bewohner von Reheim ihre Gemeinschaft aufgaben." (Seite 41, Die Rache des Inquisitors)
 
Das Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde auf LovelyBooks gelesen und schon nach wenigen Seiten hat der Autor es geschafft, mich als Leser in diese Zeit hineinzuziehen. Die Atmosphäre, die Unbekümmertheit der Bürger von Reheim am Anfang und dann die Angst und der Schrecken, den das Dorf nach dem Einzug von Blaselius und Thomas spürt, hat Alexander Hartung sehr gut eingefangen. Da gibt es einen ganz großen Pluspunkt von mir, denn mir lief es manchmal echt kalt den Rücken runter.

Von einem Krimi erwarte ich eigentlich, dass ich als Leser ein wenig mehr Rätseln kann, doch leider stand ziemlich schnell fest, was für ein Spiel getrieben wurde und wer die Fäden in der Hand hielt. Auch das große warum war keine Überraschung mehr und so war das Ende für mich ein wenig mau und unspektakulär. Leider auch von den Zeitabläufen nicht ganz stimmig. 

Von einem historischen Krimi erwarte ich eine gute Recherche. Die fehlte mir hier zwischenzeitlich und manches war nicht immer ganz klar formuliert. Da hieß es dann selbst nachzuforschen und auf unterschiedliche Informationen zu stoßen. Vielleicht wäre es von Vorteil gewesen, wenn der Autor bei der Leserunde mit dabei gewesen wäre oder wenigstens ein Anhang im Buch, wo der Autor noch ein wenig über die Geschichte erzählt und auch Hinweise gibt, wo er sich die künstlerische Freiheit genommen hat.

Alexander Hartung hat einen angenehmen Schreibstil und weiß, wie er seine Protagonisten in die Geschichte einbringen muss und agieren lässt. Er kann Spannung aufbauen und macht seine Leser neugierig. Dies kann er allerdings nicht immer halten, was schade ist. 

Alles in allem war "Die Rache des Inquisitors" ein gutes Buch, mit einem angenehmen Schreibstil und einer guten Grundlage. Ich finde, man hätte noch ein wenig mehr aus der Geschichte herauskitzeln und das Geheimnis etwas länger zurückhalten können.

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LG Mone