Sonntag, 14. August 2016

[Rezension] Post Mortem. Tränen aus Blut von Mark Roderick

512 Seiten, Taschenbuch
978-3-596-03142-9
12,00 Euro (D)
 
"Komm nach Hause und räche dich an denen, die uns getötet haben." (Klappentext)
 
Wo fange ich an, wo höre ich auf? Das Buch macht es mir nicht leicht, denn es war auf der einen Seite eine sehr schleppende Geschichte, auf der anderen Seite aber auch spannend.
 
Avram Kuyper erhält eine beängstigende Nachricht von seinem Bruder und lässt alles stehen und liegen. Er fährt nach langer Zeit wieder in seine Heimat. Doch sein Bruder und dessen Familie sind verschwunden. Blut und Einschusslöcher lassen schlimmes erahnen. Avram macht sich auf Spurensuche. Zur gleichen Zeit wird in einem Hotel die Leiche eines Mannes entdeckt. Er hat eine Nachricht für Emilia Ness, einer Interpol-Agentin. Schnell stellt sich heraus, dass es Goran Kuyper ist. Der Reporter ist auf eine bestialische Geschichte gestoßen... 
 
Mit dem Prolog des Thrillers hatte mich der Autor direkt gepackt gehabt. Man bekommt einen schönen Einblick in die Welt des Täters und das hinterlässt einem ein sehr mulmiges Gefühl. Dann geht es Tageweise weiter und auch die nächsten Seiten konnten mich noch überzeugen. Irgendwann kommt aber ein Bruch und die Geschichte zieht sich dahin. Es wird vieles Unnötige bis ins kleinste Detail erklärt und beschrieben. So zog sich Seite um Seite und ich hoffte auf Spannung.
 
Avram Kuyper ist Auftragskiller. In der Geschichte wird nicht viel von ihm Preis gegeben über seinen Beruf, aber er ist eiskalt. Dazu passen dann auch seine stahlgrauen Augen auf die mehrmals in der Geschichte eingegangen wird. Aber hinter all der Härte, merkt man, das er einen weichen Kern hat. Seine Familie steht über alles und für die macht er auch alles. 
 
Auf der anderen Seite steht Emilia Ness. Eine erfolgreiche Interpol-Agentin mit einem Kometenhaften beruflichen Aufstieg und einer pubertierenden Tochter. Noch ein paar kurze Rückblicke in ihre Vergangenheit und die Erwähnung von ihrem nicht stattfindenden Sexleben, war dann schon alles, was man von Emilia erfährt. Passenderweise trifft sie auf den überaus gutaussehenden Kripo-Beamten Mikka Kessler und bearbeitet zusammen mit ihm den Mordfall aus Frankfurt. Egal wie heftig teilweise die Szenen waren, die im Vorfeld geschahen, Emilia hatte ihre Hormone nicht im Griff gehabt. Dieses ewige schmachten ging mir ziemlich auf die Nerven. 
 
Erst ab dem letzten Viertel ungefähr kam dann wieder die Spannung auf und es wurden Fortschritte in dem Fall gemacht. Licht kam ins Dunkle. Emilia und Mikka scheinen dabei Avram Kuyper immer einen Schritt hinterher, der seine One-Man-Show gnadenlos abzieht. 
 
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Während die Ermittlungsarbeiten teilweise bis ins kleinste Detail erklärt werden, werden die Taten nur angerissen. Das hat aber schon gelangt, um zu schockieren und um zu merken, wie bestialisch der Täter ist. Das Buch ist in Tagen aufgebaut und man wechselt in kurzen Kapiteln immer zwischen Avram und Emilia hin und her. 
 
"Post Mortem. Tränen aus Blut" ist der erste Teil der zweiteiligen Reihe. Der Plot und die vielen guten Meinungen haben meine Erwartungen gesteigert, leider konnte das Buch diese nicht erfüllen. Mir fehlte definitiv die Spannung. Auch wenn mich das Buch nicht überzeugen konnte, werde ich den zweiten Teil noch lesen. Es kann eigentlich nur besser werden... 

1 Kommentar :

  1. Liebe Mone.

    Nach der Suche auf andere Bloggermeinungen zu diesem Buch bin ich auf deine Rezension gestoßen. Am Anfang dachte ich erst, hab ich mir mein Gefühl nur eingebildet? Überall wird dieses Buch hoch gelobt. Doch als ich nun deine Rezension gelesen habe, wusste ich, dass ich mich nicht geirrt habe. Ich fand "Post Mortem - Tränen aus Blut" auch recht gut, aber in manchen Sachen auch recht komisch. Für einen Thriller hat mir die fehlende Spannung gefehlt einfach gefehlt und ich hab mich regelrecht bemüht, es nicht abzubrechen. Genauso war ich in der Art enttäuscht wegen dem Charakter Avram Kuyper, dass man eben nichts genaues über ihn erfahren hat.

    Danke, dass du mir wie aus meiner Seele geschrieben hast. Und mir nicht somit das Gefühl gegeben hast, dass ich nun einen Thriller ganz falsch verstehen würde.

    Ich freue mich auf weitere Rezensionen von dir und werde noch schnell Leserin deines Blogs.

    Liebe Grüße, Shelly

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Wie die meisten Blogger, freue ich mich auch über liebe Kommentare und Feedbacks.

LG Mone