Freitag, 16. September 2016

[Rezension] Hell-Go-Land von Tim Erzberg


400 Seiten, Klappenbroschur
9783959670463
16,00 Euro
 


>"Es gibt Dinge, die kann man nicht wiedergutmachen. Man kann nur dafür bezahlen. Hörst Du?- Hä? - Sag bloß, du bist schon wieder ohnmächtig geworden. Was für ein hilfloses Stück Dreck."< (Seite 132, Hell-Go-Land)

Eine große Werbekampagne machte mich auf das Buch aufmerksam. Ein Thriller der auf Helgoland spielt, ein neuer Autor und der wirklich sehr gut klingende Plot überzeugten mich und so musste ich das Buch unbedingt lesen.

Für die junge Polizistin Anna ist Helgoland mehr als der Antritt einer neuen Stelle. Helgoland ist ihre alte Heimat, wo das Grauen sie einholte, von dem sie sich nie ganz erholt hat. Denn vor der Vergangenheit kann man nicht fliehen. Und das bekommt Anna schon bei ihrer Ankunft zu spüren. Als sie ihre Stelle antritt erwartet sie eine grausame Überraschung.

Als Anna auf Helgoland ankommt, steht der große Sturm schon vor der Tür. Es wird ein Orkan vorher gesagt, eine Ausgangssperre scheint unumgänglich zu sein. Viel Regen und die Dunkelheit der Jahreszeit lassen die Insel grau wirken. Die Atmosphäre ist drückend und wirklich sehr, sehr gut beschrieben. Auch die Insel Helgoland wurde echt gut beschrieben. Man ist eigentlich zu Gast auf dieser wunderschönen Insel, man kann sich alles gut vorstellen. Hier lag definitiv die Stärke aus dem Buch. Atmosphäre und Handlungsorte so nah zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, man würde dabei sein.

Doch dann ist da die Protagonistin Anna Krüger, mit der ich überhaupt nicht zurechtkam. Sie ist teilweise naiv, ihr Trauma ist allgegenwärtig und vernebelt ihr den Blick, was auch kein Wunder ist, bei dem was ihr Widerfahren ist und sie hat ständig Migräneattacken, gegen die sie ankämpfen muss. Dafür, dass sie Migräne hat und es wurde sehr häufig in dem Buch erwähnt, hielt sie sich körperlich doch erstaunlich gut. Ich kenne das ein wenig anders. Aber egal. Naja, nicht ganz so egal, es nervte manchmal doch sehr.

Die Spannung ist teilweise zum Greifen nah gewesen und ließ mich an manchen Stellen auch mal nach Luft schnappen. Besonders die Szenen, die den Täter und sein Opfer zeigten. Hier hat Tim Erzberg ein gutes Händchen gezeigt, die Qualen zu beschreiben und das teuflische Verhalten des Täters.

Besonders gut hat mir gefallen, dass hier noch eine Putzfrau auf Ermittlungen ging und ich wäre fast auf die falschen Spuren hereingefallen, wenn sie nicht ganz so offensichtlich gewesen wären. Dieser Nebenstrang hat mir sehr gut gefallen.

Dadurch, dass die Helgoländer Polizei wirklich nur eine kleine Dorfpolizei ist, haben diese nicht die Mittel und die Erfahrungen, wie sie die Mordkommission auf dem Festland gehabt hätten. Und durch den Sturm waren sie nun gezwungen, die Ermittlungen alleine durchzuführen. Das war manchmal schon eher lustig, weil man ist es ja eher anders gewohnt. 

Das Buch ist an manchen Stellen eher verwirrend. Da sind Annas nicht ganz nachvollziehbaren Handlungen oder die Zeitsprünge in die Vergangenheit, die auf einmal vorkommen. Besonders zum Ende hin wurde es ziemlich extrem verwirrend.  

"Hell-Go-Land" von Tim Erzberg ist ein gutes Debüt, auch wenn es mich nicht ganz überzeugen konnte. Die Atmosphäre der Geschichte, die Handlungsorte und auch die Geschichte von Helgoland waren sehr gut umgesetzt, bzw. fügten sich super in das Geschehen ein, doch die nervige Hauptprotagonistin hat das Buch sehr nach unten gezogen.

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LG Mone